Reh am Straßenrand
Christel Grommel | am

260.000 Rehe auf Niedersachsens Straßen getötet

Trotz Präventivmaßnahmen bleibt die Zahl der getöteten Tiere in Niedersachsen konstant. Der ADAC rät zu einem Bündel von Maßnahmen

In den letzten zehn Jahren sind auf den Straßen in Niedersachsen pro Tag rund 70 Rehe ums Leben gekommen - laut Landesjagdbericht erneut mehr als 25.000 Rehe in den letzten zwölf Monaten. Die Problematik betrifft auch andere Wildtiere: 2.000 Wildschweine, 1.100 Dam- und Rothirsche sowie kleinere Tiere wie Hasen, Kaninchen, Füchse und Dachse starben bei Wildunfällen. Der Schaden beträgt mehrere Hundert Millionen Euro.

Präventionsmaßnahmen verringerten Unfälle nicht

Auch zahlreiche Präventionsmaßnahmen haben dies nicht verhindern oder eindämmen können. Laut ADAC gebe es zahlreiche Maßnahmen, die Wildunfälle verhindern sollen. Optische Warnungen an Strecken mit hohem Wildwechsel sind zum Beispiel blaue Warnreflektoren.

Stellenweise werden zur Warnung auch akustische Geräte eingesetzt. Duftzäune werden vereinzelt genutzt, seien aber laut ADAC für viele Landkreise zu kostenintensiv und aufwendig. Letztendlich gebe es aber keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass durch den Einsatz einzelner Maßnahmen die Zahl der Wildunfälle bedeutend reduziert werden könne.

Bündel an Maßnahmen notwendig

„Erfolgreich ist aus unserer Sicht nur ein Bündel von Präventionsmaßnahmen, das das Verhalten der Wildtiere und Verkehrsteilnehmer günstig beeinflusst“, lautet die Einschätzung der ADAC-Sprecherin.

Vor allem physische Barrieren könnten Wildunfälle verhindern, wie sie etwa an Autobahnen und Schnellfahrstrecken in Form von Wildzäunen eingesetzt werden. Zusätzlich würden übersichtliche Seitenräume helfen, Wild früher wahrzunehmen.

Kfz-Führer müssen vorbeugen

Eine Mitwirkungspflicht sieht der ADAC bei den Kfz-Führern selbst: Angepasste Geschwindigkeit und vorausschauendes Fahren seien angebracht. Ein kürzerer Bremsweg bei vermindertem Tempo reduziere die Schwere des Unfalls, wenn er nicht mehr zu verhindern sei. Vor allem menschengemachte Faktoren spielen eine große Rolle beim Thema Wildunfall. Der intensive Ausbau des Verkehrsnetzes führe zu Barrieren für Wildtiere und einer Vervielfachung der Verkehrsstärke.

Mit Material von dpa
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