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Katja Schukies | am

70 Jahre Landjugend – nicht schnacken, anpacken!

Die niedersächsische Landjugend wird 70 Jahre alt. Agrarpolitik, Freizeit, Tradition und moderne Themen beschäftigen die Interessenvertretung der Jugend im ländlichen Raum.

Die große Party zum 70. Geburtstag musste aufgrund des Coronavirus verschoben werden. Das ist nach einem Jahr Vorbereitung bitter, aber momentan sind Vorsicht und Rücksichtnahme geboten. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben – am 12. Dezember soll nachgefeiert werden.

Und zu feiern hat die Landjugend mit ihrer 70-jährigen Geschichte einiges. Allein schon, dass die Landjugend mal so alt werden könnte, was die Gründungsmitglieder wohl nicht vermutet hätten. Anfang Juli 1950 trafen sich rund 20 junge Frauen und Männer mit dem Landvolkpräsidenten Edmund Rehwinkel im „Pschorr-Bräu“ in Hannover. Sie wollen über die Gründung einer Nachwuchsorganisation des Landvolks sprechen. Am Ende der Versammlung wird eine Jugendorganisation aus der Taufe gehoben.

Interessenvertretung der Jugend

Diese versteht sich schon damals nicht als rein agrarische Vertretung. Eher soll sie eine Interessenvertretung der Jugend des gesamten ländlichen Raums sein. So wird die Landesgemeinschaft der Niedersächsischen Landjugend geboren.

Es gab bereits elf Kreisgemeinschaften in Niedersachsen, doch die Gründungsmitglieder wollten eine organisierte Landjugendarbeit auf Landesebene. Sie wollen mitreden, mitentscheiden und dabei mithelfen, das Land nach dem Krieg wiederaufzubauen. Aufgabe ist auch, Menschen zu integrieren und die Dorfgemeinschaft so zu bereichern.

Tradition und moderne Themen

Von Anfang an will die Landjugend Traditionen bewahren, aber dennoch unkonventionelle Wege gehen und moderne Themen ansprechen. Ein Beispiel ist die paritätische Besetzung des Vorstands – schon der erste Landjugendvorstand besteht aus einem Team mit Männern und Frauen, bis dahin einzigartig.

Auch die Themen sind modern und teils sogar ihrer Zeit voraus. Schon 1950 beschäftigt sich die NLJ beispielsweise mit der Stellung der Landfrau, fragt 1965 nach den Zukunftschancen für die ländliche Hauswirtschaft, thematisiert 1976 den „Einfluss der Atomenergie auf die Landwirtschaft“ und in den 80-er Jahren folgt dann die Ökologie. Und schon im Jahr 2000 macht die Landjugend auf den Preiskrieg bei den Discountern aufmerksam.

Von der Agrarpolitik zum Freizeitcharakter

on_NLJ-Landesversammlung mit Ernst-Albrecht

Früh bemerkt die Landjugend einen Strukturwandel: Bereits Mitte der 1960er-Jahre entfernt sich das Interesse der Ortsgruppenmitglieder zunehmend von der Agrarpolitik und der Freizeitcharakter nimmt deutlich zu. Um das aufzufangen, organisiert die Landjugend zunächst unterschiedliche Ausschüsse und Arbeitskreise, dann Projektteams, die ihre Meinung zu verschiedenen Themenbereichen artikulieren. Von der Agrarpolitik hat sich die Landjugend aber nie verabschiedet - auch heute noch äußert sie sich mit fundierten Stellungnahmen zu aktuellen politischen Entscheidungen, wie der Verschärfung der Düngeverordnung.

Kreative und weltoffene Projekte

Wie kreativ und weltoffen die Jugendlichen auf dem Land sind, beweist der Verein immer wieder mit ungewöhnlichen Projekten. Dazu gehören das Landesmusische Fest (LaMuFe), internationaler Austausch, ein Hilfsprojekt für Ghana sowie wichtige Aktionen für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit.

Zum beeindruckenden Meilenstein für das soziale und gesellschaftliche Engagement der Landjugend wird dann die 72-Stunden-Aktion. 1995 ins Leben gerufen, erfreut sie sich seither großer Beliebtheit und bringt der Landjugend viel Respekt und im vergangenen Jahr 600 neue Mitglieder ein. 2007 erhält die Landjugend für die Aktion sogar den Ehrenamtspreis des Landes Niedersachsen. 111 Gruppen nahmen das Motto „Einfach ma machen“ im vergangenen Jahr wörtlich und buddelten, schaufelten, pflasterten und pflanzten für ihre Dorfgemeinschaften, was das Zeug hielt.

„Diese wiederkehrende Aktion ist besonders wichtig, um den Kontakt unserer Ortsgruppen mit der Landesebene zu stärken und um der Bevölkerung zu zeigen, was die Landjugend alles bewegen kann“, sagt Geschäftsführer Till Reichenbach. Diesen Schwung will der Jugendverband mitnehmen für die Projekte der kommenden Jahre.

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