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75 Jahre Landvolk - Weil sagt Landwirten Unterstützung zu
Das Landvolk Niedersachsen feiert sein 75-jähriges Bestehen mit Gästen aus der Politik. Miriam Staudte und Stephan Weil gaben sich die Ehre. Es gibt aber nicht nur Grund zur Freude.
Ministerpräsident Stephan Weil und die neue Agrarministerin Miriam Staudte werden bei der Feier als Gäste dabei sein. Bei vielen Landwirtinnen und Landwirten dürfte die Lust zum Feiern allerdings nicht so groß sein. Die Zeiten sind aktuell schwierig, Umbrüche stehen bevor. „Uns Landwirten wird aktuell zu viel abverlangt. Wir können diese vielen Auflagen nicht mehr stemmen“, so der Landvolk-Präsident, Dr. Holger Hennies. „Die EU lässt uns mit ihrer Auflagenflut keine Luft mehr zum Atmen und keinen Raum mehr zum Produzieren hochwertiger Lebensmittel.“ Viele stünden nun vor der Frage, ob sie überhaupt weitermachen oder lieber aufgeben sollten.
Maßnahmenpaket zum Pflanzenschutz bereitet Sorge
„Zieht die EU das angedachte Maßnahmenpaket so durch“, sagt Hennies, „werden viele Bauern ihren Betrieb aufgeben. Das war ganz deutlich in Goslar von den Bauern vor Ort zu hören.“ In Goslar fand in der vergangenen Woche die 99. Umweltministerkonferenz (UMK) statt. Das Signal des Landvolks an die Politik laute: Die Bauern, gerade auch die jüngeren, wollen Veränderungen mittragen - aber die Kosten und Nutzen müssen für die Betroffenen stimmen. Man wolle als Landesverband weiter für die Mitglieder, für gute Rahmenbedingungen und Lösungen für die Zukunft der Landwirtschaft kämpfen, so Hennies. Der Politik habe man immer umsetzbare Lösungen unterbreitet und sich für ein gemeinsames Angehen der Probleme stark gemacht.
Im Gründungsjahr 1947
"Der Geist war wirklich willig, aber das Fleisch hätte schwach werden können, denn es herrschte draußen eine grimmige Kälte und der "Beethovensaal" war ohne Dach und natürlich auch nicht geheizt. Rübenschnaps und Wolldecken ließen uns die Gründungsversammlung durchstehen."
Aus der Rede von Edmund Rehwinkel anlässlich der Landvolk-Mitgliederversammlung 3. Juni 1972
Weil verspricht finanzielle Unterstützung
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat der Landwirtschaft finanzielle Unterstützung beim Wandel hin zu mehr Tierwohl, Klima- und Umweltschutz in Aussicht gestellt.
Investitionen von Landwirten in diese Bereiche müssten sich für diese auch lohnen, so Weil. "Da wird man auch über Geld reden müssen. Wer mehr leistet, der muss auch mehr kriegen." Er wünsche sich, dass die Landwirte der Branche treu blieben. Das Ziel sei ein "modernes, natur- und umweltverträgliches und wirtschaftlich erfolgreiches Agrarland".
Dass die Landwirtschaft sich dabei in einem Konflikt befindet, räumte er ein. Ein großer Wettbewerbsdruck und hohe gesellschaftliche Erwartungen lasten auf der Landwirtschaft.

Stephan Weil versprach in seiner Rede auf dem Festakt Unterstützung für die Landwirtschaft. © Maren Diersing-Espenhorst