Ein Landwirt bringt Gülle bodennah per Selbstfahrer mit Schleppschläuchen aus.
Edith Kahnt-Ralle | am

Ab 1. Februar: Was Sie zum Ausbringen von Gülle und Co. wissen müssen

Ab 1. Februar müssen Ackerbauern neue Regeln zur bodennahen Ausbringung von Gülle und Co. beachten. Was Landwirte wissen sollten.

Landwirte aufgepasst: Ab 1. Februar gibt es neue Regeln zum Ausbringen von flüssigen organischen Düngern wie Gülle und Gärresten. In der Düngeverordnung heißt es im § 6 Abs. 3 ab Februar 2020:

  • Bei bestelltem Ackerland werden flüssige organische und flüssige organisch-mineralische Düngemittel, einschließlich flüssiger Wirtschaftsdünger, nur noch streifenförmig auf den Boden aufgebracht oder direkt in den Boden eingebracht.
  • Als „bestellt“ gilt dabei eine Ackerfläche, sobald die Saat im Boden ist. Vereinfacht kann man auch schlussfolgern, dass immer dann eine Ablage auf oder in den Boden erforderlich ist, wenn bei anschließender Einarbeitung der Wirtschaftsdünger die zu düngende Kultur zerstört würde.
  • Auf unbestelltem Ackerland darf auch zukünftig mit den gängigen Breitverteiltechniken und unverzüglicher Einarbeitung gearbeitet werden. Dies betrifft z. B. unbestellte Ackerflächen vor der Aussaat einer Sommerung (Mais, Sommergetreide, Hackfrüchte etc.) oder auch abgeerntete Getreideflächen vor der Zwischenfruchtbestellung. Die bekannte Pflicht zur Einarbeitung innerhalb vier Stunden (in „Roten Gebieten“ innerhalb einer Stunde) muss beachtet werden.
  • Bei Grünland und Ackergrasflächen gilt die Vorschrift erst ab dem Jahr 2025.

Die Verpflichtung gilt für alle flüssigen organischen Düngemittel, also Gülle, Jauche, Gärreste, flüssigen Klärschlamm, Silosickersaft, PPL, Kartoffelfruchtwasser und alle anderen flüssigen org. Düngemittel, die mehr als 1,5 % N in der Trockenmasse enthalten, z.B. Waschwasser aus der Stallreinigung etc.

Es können Zweifel aufkommen, ob eine bodennahe Ausbringung erforderlich ist oder nicht. Dies betrifft vor allem die Düngung von Zwischenfruchtflächen im Frühjahr. Hierbei wird zwischen abgefrorenen und wachsenden Zwischenfruchtflächen unterschieden:

  • Abgefrorene Zwischenfruchtbestände: Wenn ein Zwischenfruchtbestand im Laufe des Winters abfriert, gilt der Boden nach dem Abfrieren als unbestellt. Eine Breitverteilung ist zulässig, wenn eine unverzügliche Einarbeitung (je nach Kulisse innerhalb von einer oder vier Stunde/n) erfolgt. Um eine möglichst hohe Ausnutzung des ausgebrachten Stickstoffs zu erreichen, sollte die Düngung möglichst kurz vor der Aussaat der Folgefrucht erfolgen.
  • Wachsende Zwischenfrüchte: Es handelt sich um bestellte Ackerflächen, sodass im Regelfall bodennah ausgebracht werden muss. Wenn sich die Aussaat der Folgekultur, z. B. Silomais zeitnah anschließt, gilt das Anbauverfahren der Zwischenfrucht als beendet. Die Fläche kann damit als unbestellter Boden angesehen werden, sodass eine Breitverteilung zulässig und eine unverzügliche Einarbeitung verpflichtend ist.

Mehr zu möglichen Ausnahmen der Verpflichtung lesen Sie in der LAND & FORST 03/20.

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