Windkraftanlage-Hannover
Christel Grommel | am

Ausbau von Windrädern in Niedersachsen bricht ein

In Niedersachsen wurden 2019 nur 54 neue Windräder gebaut. Trotzdem liegt das „Windland Nummer eins“ damit im bundesdeutschen Vergleich noch vorn.

2019 war ein schwarzes Jahr für die Windenergie. Der Ausbau der Windenergie ist im letzten Jahr fast zum Erliegen gekommen, sogar in Niedersachsen. Die Gesamtleistung der Anlagen lag nur noch bei 181,2 Megawatt, was einem Minus von rund 75 Prozent entspricht. Die Zahlen der Fachagentur Windenergie an Land zeigen, dass der Nettozubau mit 172,5 Megawatt aufgrund von Stilllegungen bestehender Anlagen noch niedriger lag.

Niedersachsen immer noch vorn

Niedersachsen schnitt als „Windland Nummer eins“ mit 54 Windrädern immer noch gut ab, nur Brandenburg baute mit 57 Windrädern mehr. Bundesweit ist ein Rückgang von mehr als 60 Prozent zu 2018 zu verzeichnen. 2019 waren es 276 Anlagen mit einer Leistung von 940,2 Megawatt – 2018 wurden noch 2.46 Gigawatt zugebaut.

Auswirkungen des Rückgangs

Die Krise der Windbranche hat Auswirkungen. Windenergie ist besonders umweltfreundlich und damit wichtig für die Klimaziele der Regierung, die bis 2030 den Anteil des Ökostroms am Stromverbrauch von 43 auf 65 Prozent steigern will. Dafür müssten aber nach Berechnungen des Energieverbands BDEW jährlich zwischen 2,9 und 4.3 Gigawatt zugebaut werden.

Auch auf die Wirtschaft wirkt sich die Krise aus. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil gab an, dass in den letzten drei Jahren mehr als 40.000 Arbeitsplätze abgebaut worden seien. Weil hatte den Wind als „Rohstoff des Nordens“ bezeichnet. Niedersachsen führt die Liste der Bundesländer mit 6.400 Windkraftanlagen an.

Aussichten für die Windenergie

Die Aussichten für die Windenergie sind den Zubau betreffend vorerst weiterhin schlecht. Anzahl und Leistung der noch in Betrieb zu nehmenden Anlagen liegen in Niedersachsen mit 63 Windrädern und 245 Megawatt nur leicht über dem Wert der zuletzt aktivierten Anlagen. In Bremen wurden 2019 sogar gar keine Anlagen genehmigt oder gebaut.

Gründe für den schwachen Ausbau sind langwierige Genehmigungsverfahren, zu wenig ausgewiesene Flächen und Klagen von Bürgerinitiativen. Auch der geplante 1000-Meter-Abstand zur Wohnbebauung ist ein Faktor. Niedersachsen will diese Regelung nicht übernehmen.

Mit Material von dpa

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