Ausbildung Landwirtschaft: Lehrling mit Ausbilder im Kuhstall
Meinung | Martin Roberg | am

Ausbildung in der Landwirtschaft: Erfüllender Beruf

Kann man noch guten Gewissens empfehlen, die Ausbildung als Landwirt oder Landwirtin zu machen? Martin Roberg, Vorsitzender Ausschuss Bildung im Landvolk Niedersachsen, findet: Ja!

Wir stehen in der Landwirtschaft vor großen Herausforderungen. Die Erzeugerpreise und die politischen Rahmenbedingungen machen uns zu schaffen. Betroffen sind alle Berufsfelder, egal, ob beispielsweise Schweinehaltung, Milchviehhaltung oder Ackerbau. Können wir dem eigenen Nachwuchs oder jungen Menschen, die nicht aus der Branche kommen, da guten Gewissens empfehlen, die Ausbildung als Landwirt oder Landwirtin zu machen? Ich meine, ja!

Landwirte haben innovative Ideen

Denn landwirtschaftliche Unternehmer zeichnen sich von jeher dadurch aus, dass sie mit innovativen Ideen Wege aus Krisen finden. Der Beruf Landwirt ist und bleibt genau wie die anderen 14 Grünen Berufe ein erfüllender und wichtiger Beruf. Wer gerne mit der Natur und mit Tieren arbeitet und gleichzeitig auf moderne Technik setzt, ist hier richtig aufgehoben. Und gute Fachkräfte sind gefragt.

Ich habe 25 Jahre lang in unserem Betrieb engagierte junge Menschen im Beruf Landwirt ausgebildet. In diesem Zeitraum haben sich die Landwirtschaft und damit die berufliche Aus-, Fort- und Weiterbildung sehr verändert.

Herkömmlich und ökologisch wirtschaftende landwirtschaftliche Betriebe sind näher zusammengerückt und tauschen sich untereinander aus. Da hat sich viel bewegt. Die Auszubildenden lernen zunehmend die unterschiedlichen Wirtschaftsweisen kennen und suchen für sich und ihren Betrieb das Passende aus. Dabei spielen persönliche Interessen und der Markt eine wichtige Rolle.

Kommunikative Fähigkeiten sind gefragt

Die Fähigkeit, mit Menschen ohne Bezug zur Landwirtschaft erfolgreich in den Dialog zu treten, gilt heutzutage als weicher Standortfaktor und ist für landwirtschaftliche Betriebe in der heutigen Gesellschaft wichtig. In der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung werden deshalb kommunikative Fähigkeiten wesentlich stärker als bisher vermittelt, Öffentlichkeitsarbeit in eigener Sache und für die Landwirtschaft insgesamt ist ein Lernfeld. Besonders hier möchte ich dem Berufsnachwuchs zurufen: „Traut euch. Ihr könnt mehr als ihr denkt. Engagiert euch in Politik und Gesellschaft!“

Einen Einstieg bieten die einwöchigen Seminare für Auszubildende der Grünen Berufe zum Thema „Reden – Überzeugen – Handeln“, die das Bildungshaus Zeppelin & Steinberg in Goslar jedes Jahr anbietet.

Unverzichtbar: betriebswirtschaftliche Kenntnisse

Für unsere künftigen Fachkräfte und allen voran Betriebsleiter sind aber nach wie vor exzellente betriebswirtschaftliche Kenntnisse unverzichtbar. Um diese zu erwerben, ist im Anschluss an die Ausbildung eine berufliche Fortbildung entweder im Rahmen eines Meisterkurses oder einer Fachschule oder alternativ im Rahmen eines Agrarstudiums wichtig.

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