Nur Außer-Hausverkauf: So schlagen sich die Hofcafés durch die  Corona-Krise.
Beate Langenhorst | am

Bauernhofgastronomie: „Kein Kuchen ist auch keine Lösung“

Kaum Kontakte, Feiern verboten, Restaurants geschlossen - vom Lockdown zur Corona-Bekämpfung ist die gesamte Wirtschaft betroffen. Wie kommt die Bauernhofgastronomie mit diesem schweren Einschnitt klar?

Corona wirkt wie ein Brennglas, verschärft Veränderungsprozesse und bedroht die Existenz vieler Betriebe, trotz der versprochenen Wirtschaftshilfen. Schweren Herzens haben sich daher einige Hofgastronomen im Herbst dazu entschlossen, ihre Türen bis zum Ende des Lockdowns ganz zu schließen. Denn ein „Rauf- und Runter- Fahren“ rechnet sich für viele wirtschaftlich nicht. Andere haben verschiedene bestehende Betriebszweige mit der Gastronomie kombiniert, beispielsweise die Vermarktung von Kuchen über den Hofladen. Wieder andere haben Neuland betreten, um mit der Schließung umzugehen. 

Quadratische Torten auf Blechen

Hofladen Wegener hat neue Formen des Verkaufs erfunden.

Familie Wegener vom Hofcafé im Kuhstall in Wunstorf (Region Hannover) hat nach dem ersten Lockdown das Hofcafé-Tortenangebot etwas verkleinert und täglich frisch im Hofladen angeboten. „Zum Verpacken waren unsere sehr hohen Tortenstücke allerdings nicht so geeignet. Kurzerhand haben wir die Rezepte umgearbeitet und Torten auf Blechen produziert“, erklärt Regina Wegener. Jetzt sind die Stücke quadratisch, lassen sich gut verpacken und transportieren. „Unsere Kunden sind begeistert und unsere beiden festangestellten Konditorinnen arbeitsmäßig ausgelastet“, sagt sie. Nur für die Servicemitarbeiter musste sie daher Kurzarbeit anmelden. Für das Team steht fest, das das Kuchen-und Tortenangebot im Hofladen auf jeden Fall auch zukünftig beibehalten wird.

Angebot mit Frühstück und Rouladen erweitert

Das Hofcafé Meutstege in Haren (Landkreis Emsland) hat nicht nur das Außer-Haus-Angebot an Torten und Kuchen erweitert, sondern die „Genießer- Frühstücksplatten“ ergänzt. „Wir waren Ostern 2020 frühstücksmäßig ausgebucht. Daher haben wir den angemeldeten Frühstücksgästen angeboten, ihnen Frühstücks-Genießer-Platten zur Abholung zusammenzustellen“, erklärt Markus Meutstege. Dieses Angebot wurde sehr gut angenommen. „Betriebswirtschaftlich gesehen ist es nicht unbedingt das Größte, aber es dient der Kundenbindung und Kundenpflege“, betont er. Er freue sich, dass die Platten zu Weihnachten wieder sehr gefragt waren. Jetzt bieten Meutsteges auch Rouladen, Rindfleischsuppe, Hühnerfrikassee oder Kuchen im Glas zum Mitnehmen an. Außerdem bestücken sie einen Regiomaten in der Nachbarschaft. „Das werden wir beibehalten, denn regionale Produkte direkt vom Erzeuger ohne Umwege, Zwischenverkauf und Zusatz von Geschmacksverstärkern sind gefragt“, erläutert Heike Meutstege.

Jüngere Kunden mit Social Media ködern

Der Außer-Haus-Verlauf läuft gut im Hofcafé Volker.

Entscheidende Bedeutung messen alle Hofcafé-Betreiber der Werbung und dem Marketing in den Sozialen Netzwerken und dem Internet zu. Auch das Hofcafé Volker in Bad Münder am Deister (Landkreis Hameln-Pyrmont) setzt darauf. „Wir werben damit nicht nur für uns und machen auf unser neues Angebot aufmerksam, sondern wir binden unsere Kunden und gewinnen insbesondere jüngere neu dazu“, erläutert Stefanie Baade-Volker. In ihrem Hofcafé sind neben Wurstwaren, Fruchtaufstrichen, Marmeladen und Suppen seit Corona insbesondere kleinere Torten für Hochzeiten und Geburtstage neu im Angebot. Sie sind bei den Kunden sehr beliebt. Stefanie Baade-Volker: „Wir haben seit dem Beginn der Krise viel ausprobiert. Unsere kleineren Torten werden bleiben – auch nach Corona.“

Um Außensitzplätze erweitert

Das Hofcafé LandLeben-Team möchte die Arbeitsplätze sichern.

Gemäß dem Motto „Kein Kuchen ist auch keine Lösung“ versuchte das Team des Hofcafés LandLeben aus Gilten im Heidekreis ihr Angebot auf die jeweiligen Corona-Richtlinien einzustellen. Zunächst erweiterten sie den Außer-Haus-Kuchenverkauf und das Angebot ihres kleinen Hofladens. Als Mitte Mai 2020 ein Cafébetrieb wieder möglich war, entstanden zusätzlich zahlreiche Außensitzplätze, die sich über den ganzen Hof verteilen. „Außensitzplätze sind bei den Gästen beliebt, auch dann, wenn es schon etwas kälter wird,“ sagt Annettte Rump. In den Herbst- und Wintermonaten wurden Kekse neu ins Sortiment aufgenommen. Ziel sei es, nach flexiblen und nachhaltigen Lösungen zu suchen, um die Nachfrage und damit den Fortbestand des Cafés zu sichern.

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