Wolf im Wald

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Meinung | Maren Diersing-Espenhorst | am

Begegnungen mit dem Wolf: Stadt und Land

In der Stadt und auf dem Land sieht man Themen oft aus unterschiedlichen Blickwinkeln - zum Beispiel, wenn ein Wolf im Wohngebiet herumspaziert. Eine Diskussion dazu sollte mit Respekt geführt werden, egal, wie kontrovers man den Streitpunkt auch sieht.

Moin liebe Leserinnen und Leser, was war das für eine Aufregung in unserer Landeshauptstadt, als vergangene Woche ein Wolf durch die Straßen zog. Im Radio, in den Zeitungen und auf Internetforen lief das Thema rauf und runter. Hannovers Bewohner sind verunsichert und Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies sagte in einem Interview: „Der Wolf gehört nicht in die Stadt.“

Der Wolfsrüde sah das anders. Er spazierte Dienstag durch die Straßen Hannovers. Rund acht Kilometer soll er in der Stadt unterwegs gewesen sein. Zwei Tage später ging eine zweite mögliche Sichtung beim Wolfsbüro ein. Ein „wolfsartiges Wesen“ wurde in der Nähe der Waterloosäule am Rand der Innenstadt gesehen. Kleiner Fun-Fact am Rande: Die Waterloosäule liegt nur etwa 500 m vom Umweltministerium entfernt.

Was soll man dazu sagen, außer: Der Wolf ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. In den Städten erleben die Menschen leider nun, was die Landbevölkerung bereits seit Jahren in den Dörfern, Wäldern und Weiden erleben muss: Begegnungen mit dem Wolf. Einem Raubtier.

Stadt und Land entfernen sich voneinander

Was diese Wolfssichtungen offenbaren, ist, dass Stadt- und Landbevölkerung sich zunehmend voneinander entfernen. Sie leben, so scheint es, in unterschiedlichen Welten. So befürwortet die urbane Bevölkerung scheinbar die Ausbreitung des Wolfes, aber nur bis er vor der eigenen Haustür mitten in der Stadt steht.

In den Sozialen Medien lässt sich dies deutlich beobachten: Menschen aus der Stadt und vom Land scheinen unterschiedliche Ansichten zu haben - sei es hinsichtlich der Ausbreitung der Wölfe, dem Bau von Windrädern, der Tierhaltung, dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oder wie Nahrungsmittel generell erzeugt werden. Es wird ge- und beschimpft. Wertschätzung, Verständnis oder Anstand sucht man häufig vergeblich – das wird zu durch die digitalen Medien zusätzlich befeuert. Es ist einfach, sich in der Anonymität des Internets hinter einem Profil zu verstecken und respektlos mit Beleidigungen um sich zu werfen.

Begegnung mit Anstand

Haben wir uns innerhalb weniger Generationen so weit auseinandergelebt, dass wir jegliches Verständnis füreinander verloren haben? Spielt es denn tatsächlich eine Rolle, wo jemand lebt? Oder sollten wir uns nicht einfach mit Offenheit und Anstand begegnen, damit wir von- und miteinander lernen und unsere Zukunft gemeinsam gestalten können?

Dazu gehört meines Erachtens, dass wir uns gegenseitig zuhören und versuchen, die Standpunkte des jeweils anderen zu verstehen und zu achten. Ich muss nicht derselben Meinung sein, aber ich sollte mir zumindest die Argumente meines Gegenübers anhören und in einen Dialog mit ihm treten, um an einer gemeinsamem Lösung zu arbeiten. Denn letzten Endes leben wir alle in derselben Welt. Wir wünschen uns eine gute Zukunft und, dass wir anständig behandelt werden. Also sollten wir auch unseren Mitmenschen so behandeln – egal, wo sie leben.

Wolf streift durch Hannover

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