Ein Acker.
Ellen Hartmann | am

Bodenschutzbericht zeigt: Flächenverbrauch bleibt sehr hoch

In der Theorie soll der Flächenverbrauch in Deutschland reduziert werden. Doch die in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie festgelegte Reduzierung rückt in weite Ferne, denn der tägliche Zuwachs an Siedlungs- und Verkehrsflächen ist weiter zu hoch.

Laut dem 5. Bodenschutzbericht der Bundesregierung liege der tägliche Zuwachs an Verkehrs- und Siedlungsfläche im vierjährigen Durchschnitt von 2016 bis 2019 bei 52 Hektar. In der Nachhaltigkeitsstrategie hatte die Bundesregierung allerdings für 2030 ein klares Ziel festgelegt: der Flächenverbrauch solle bis dahin auf unter 30 Hektar am Tag begrenzt werden. 

Wie kann der Flächenverbrauch gesenkt werden?

Weiter heißt es im Bodenschutzbericht, dass Fehlanreize zur Versiegelung von Böden in Bezug auf die Förderung erneuerbarer Energien untersucht werden sollten. Nur so könne kritisch geschaut werden, ob und wie die Förderung von Freiflächen-Photovoltaikanlagen auf Agrarflächen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) statt auf Agrarflächen nicht besser auf bereits vorgenutzte und bereits versiegelte Flächen gelenkt werden könne. Hierbei könne vor allem die Wieder- oder Weiternutzung bereits genutzter Flächen wichtig für die Reduzierung des Flächenverbrauchs sein, heißt es weiter in dem Bericht. 

Bei diesem Vorgehen würden dann brach liegende, oftmals in der Siedlungsstruktur eingebundene Flächen wie Baulücken, ehemalige Gleiskörper und auch militärische Flächen sowie Industriegelände helfen. Laut dem Bericht sei die Umwandlung im Idealfall so effizient, dass im Anschluss weniger Fläche als zuvor versiegelt sei.

Svenja Schulze: Bodenschutz ist wichtig für Klimawandel

Bundesumweltministerin Svenja Schulze mahnte jedoch, dass der Bodenschutz mit Hinblick auf den Klimawandel immer weiter an Bedeutung gewinne. Denn gerade gesunde Böden seien für den Wasserhaushalt wichtig. Sie könnten sowohl Überflutungen als auch damit verbundene Bodenerosionen abschwächen. Weiter würden gesunde Böden bei Trockenheit länger Wasser speichern und förderlich für die Grundwasserneubildung und die Trinkwasserversorgung sein. 

Schwerpunkte des Bodenschutzberichts, der einmal pro Legislaturperiode vorgelegt wird, sind das Thema "Boden und Klima" und die Rolle von Böden als natürliche Kohlenstoffspeicher. Zusätzlicher Schwerpunkt ist auch die Bedrohung der Böden durch weitere Umweltschadstoffe wie organische Fluorverbindungen, welche sich in diversen Alltagsprodukten finden lassen. Sie seien gesundheits- und umweltschädlich und würden sich auch in Böden anreichern, in denen sie nicht abbaubar seien, sagt die Bundesregierung. 

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