Rinde mit Borkenkäferbefall
Heidrun Mitze | am

Borkenkäfer: Wird 2020 wieder ein Käferjahr?

Für Borkenkäfer hätten in 2018 und 2019 die Bedingungen nicht besser sein können. Die Schädlinge haben die letzten zwei Jahre über in Niedersachsen ein wahres Schlaraffenland gehabt: Jede Menge Sturmholz, dürregeschwächte Nadelbäume und ideales Wetter. Und auch 2020 könnte ein Käferjahr werden.

Das prognostiziert der Leiter des Forstamtes Südniedersachsen: „Je nach Witterungsverlauf müssen wir auch in 2020 mit einem ähnlich hohen Borkenkäferpotenzial wie im vergangenen Jahr rechnen.“

 

Start des Ausflugs

Die idealen Bedingungen für den Ausflug sind für Borkenkäfer oft Anfang April erreicht: Mindestens 17 Grad Temperatur, Tageslänge und Niederschläge bestimmen den Zeitpunkt, zu dem die Winterquartiere verlassen werden.

Die Käfer fliegen in zwei Wellen aus. Zuerst die Käfer, die unter der Rinde überwintern, dann in einer größeren Welle die Tiere aus der Bodenstreu, die später von der Sonne erwärmt wird als die Baumstämme.

Wirkungsvolle Maßnahmen

Damit Gegenmaßnahmen wirksam sind, müssen sie zwingend vor dem Ausflug vollzogen sein!

Einen Teil der ersten Käferwellen abzufangen, ist das Ziel der Bekämpfungsmaßnahmen. Dabei gewährt das Land Unterstützung für mehrere praktikable Fangeinrichtungen. Sogenannte Trinet P-Systeme werden als Soforthilfen gewährt. Fangholzhaufen und insektizidbehandelte Polter sollen erneut unterstützt werden, hier fehlt allerdings noch die entsprechende Förderrichtlinie.

Trinet P-Systeme

  • Bestehen aus einem dreibeinigen Alugestänge und einem insektizidbehafteten Netz.
  • Werden vor Ausflug mittels Pheromonampulle „scharfgestellt“.

Fangholzhaufen

  • Werden aus frischen, kegelförmig aufgestellten Fichtenabschnitten errichtet.
  • Werden kurz vor Käferausflug mit artspezifischen Lockstoffen ausgerüstet und komplett begiftet.

Diese Vorbereitungen sind wichtig

Borkenkäfer unter der Rinde

Frische Schadhölzer haben eine stark lockende Wirkung und überlagern die Wirkung der Pheromone, die für die Bekämpfung eingesetzt werden. Deshalb muss der Bestandesrand vor dem Aufstellen der Fangeinrichtungen großflächig geräumt und saniert werden.

Beim Aufbauen gilt für beide Arten von Fangeinrichtungen: 

  • Immer Bekämpfungslinien aus mindestens drei bis vier Fallen bilden, nie einzeln aufstellen.
  • Als Standort sonnenexponierte Waldränder mit Vorbefall wählen.
  • Abstände einhalten: Zwischen den Fallen 20 bis 30 Meter lassen.
  • Sicherheitsabstände zum Waldbestand bei Fangholzhaufen: 6 bis 9 Meter; bei Trinet P: 9 bis 12 Meter

Natürliche Feinde

Auch Borkenkäfer haben natürliche Feinde.

Die käferschädlichsten Feinde sind bestimmte Pilze. Die ungewöhnlich warmen letzten Monate könnten dafür gesorgt haben, dass überwinternde Borkenkäfer befallen wurden. Ob die Pilze die Vermehrung der Käfer beeinträchtigt haben, hängt allerdings stark von den Witterungsbedingungen ab.

Das Optimum liegt laut eidg. Forschungsanstalt (WSL) bei 25 Grad und mehr als 90 Prozent Luftfeuchtigkeit. In feuchteren Gegenden könne die Sterblichkeit durch Pilzbefall 100 Prozent betragen – die aktuellen Regentiefs lassen hoffen.

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