Jägermeister
Maren Diersing-Espenhorst | am

Braunschweig: Jägermeister liefert Alkohol für Desinfektionsmittel

50.000 l Alkohol erhält das Klinikum Braunschweig derzeit von Jägermeister zur Herstellung von Desinfektionsmittel.

Das Klinikum Braunschweig erhält von Unternehmen aus Niedersachsen aktuell 100.000 l Alkohol zur Herstellung von Desinfektionsmittel während der Krise durch das Coronavirus. Eine Hälfte stelle der Spirituosenhersteller Jägermeister aus Wolfenbüttel zur Verfügung, teilte die Klinik mit. Darüber hinaus werde eine weitere Lieferung mit 50.000 l vom Chemieunternehmen KWST aus Hannover erwartet.

Auch Berentzen überlegt, die Gesundheitsbranche zu unterstützen. "Wir produzieren in unserer Destillation selbst keine größeren Mengen Alkohol", hieß es am Dienstag (24.03.2020)  aus der Firma in Haselünne im Emsland. In der kleinen Destille für "Craft"-Produkte falle dieser bisher nur in kleinerem Umfang an. "Worüber wir aber nachdenken, ist, Hersteller von Desinfektionsmittel zu unterstützen oder selbst welches herzustellen." Dies werde derzeit noch geprüft.

Desinfektionsmittel für Krankenhäuser

Die Braunschweiger Krankenhausapotheke stellt mit dem Alkohol Desinfektionsmittel für die Krankenhäuser der Region her. "Die Produktion ist eine Premiere und der aktuellen Notlage geschuldet. Mit der eigenen Produktion stellen wir sicher, dass das Klinikum Braunschweig erst einmal mit Desinfektionsmittel versorgt ist", sagte Geschäftsführer Andreas Goepfert. Die Klinik betonte, dass eine Abgabe des Mittels an Externe oder Privatpersonen nicht möglich sei.

Beschränkungen aufgehoben

Überschüssiger Alkohol aus der Herstellung alkoholfreier Biersorten ist ebenfalls ein Thema. Eine Sprecherin der Bremer Beck's-Brauerei sagte der "Bild"-Zeitung, 500.000 l Ethanol aus dem Unternehmen gingen derzeit an die Hersteller KWST und Jodima. Auch im schwer von der Corona-Pandemie getroffenen Frankreich helfen Getränkefirmen: Der Spirituosenhersteller Pernod Ricard liefert 70.000 l reinen Alkohol an einen Produzenten von Desinfektionsgels.

Auf Initiative Niedersachsens wurden inzwischen Beschränkungen in der Produktion von Desinfektionsmittel auf Apotheken und Pharmahersteller aufgehoben. Die chemische Industrie, Kosmetik- und Parfümhersteller und andere geeignete Firmen dürfen nun Produkte zur Händedesinfektion herstellen, wie das Umweltministerium am Montag (23.03.2020) in Hannover mitteilte. In Gesprächen auf Bundesebene hatte Niedersachsen darauf gedrungen, die rechtlichen Grenzen hier vorübergehend aufzuheben.

Mit Material von dpa
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