Von Wolf gerissenes Schaf liegt auf einer Weide
Christel Grommel | am

Gifhorn: Wolf reißt mehrere Schafe

Auf einer Weide bei Jelpke zwischen Ehmen und Essenrode hat höchstwahrscheinlich ein Wolf vier Schafe gerissen. Die LAND & FORST sprach mit Halter Markus Engelbrecht.

"Am Samstagmorgen um 10:15 Uhr bekam ich einen Anruf von Kai Lindner, Hegeringleiter des Jagdverbands Fallersleben bei Wolfsburg. Eines meiner Schafe laufe auf dem Acker herum."

Engelbrecht holte sein verletztes Tier ab. Das Schaf war am Hals blutig – der Halter hatte sofort einen Verdacht. Der bestätigte sich auch: Von seinen sieben Schafen waren vier tot. Nur zwei blieben unverletzt.

Allen toten Schafen wurde in die Kehle gebissen, ein schlimmer Anblick für den Halter. Lindner dokumentierte die Sachlage und sicherte DNA-Spuren. Auch die Polizei war vor Ort und informierte die Wolfsberater.

Niemand fühlte sich so richtig zuständig

Zwei Wolfsberater waren jedoch im Urlaub, ein dritter nicht abkömmlich. Auch bei der Landwirtschaftskammer konnte Engelbrecht wenig erreichen. Er musste nun herumtelefonieren.

Engelbrecht fühlt sich als Halter alleingelassen. "Ich habe als Halter so viele Auflagen – aber wenn etwas passiert, dann gibt es keine vernünftige Koordination und ich muss auch noch viel Zeit zum Telefonieren aufwenden."

"Den Wolfsberatern möchte ich aber keinen Vorwurf machen, sie haben das Amt mit viel Engagement wahrgenommen und sehen sich nun mit einem Wechsel der Zuständigkeiten konfrontiert."

Engelbrecht ist Landwirt im Nebenerwerb und hält neben seinen Schafen noch sechs Rinder sowie Hühner und Laufenten.

Herr Engelbrecht, werden Sie nun die Schafhaltung aufgeben?

Die Schafe gehören seit 1892 zum Hof, wir hatten immer zehn bis 15 Tiere.

Ich möchte und werde auch weiter Schafe halten. Aber nun muss ich mich verstärkt um einen Schutzzaun kümmern. Die Weide war mit Stacheldraht gesichert und nur 500 Meter Luftlinie vom Ort entfernt. Ich hatte nicht gedacht, dass der Wolf hier im Südkreis schon so präsent ist.

Ich hätte mehr Schutzmaßnahmen ergreifen müssen, aber bin durch fehlende Berichterstattung auch eingelullt worden. Ich will den Vorfall nun an die Öffentlichkeit bringen, damit auch andere gewarnt sind. Wir sind hier mit der Problematik Wolf erst am Anfang – das wird noch schlimmer werden.

Was erwarten Sie in Bezug auf das Problem Wolf von der Politik?

Wölfe müssen gechipt werden, um sie digital verfolgen und aus dicht besiedelten Gebieten verdrängen zu können. Und wenn es Vorfälle gibt, muss man sie auch entnehmen können.

Ich gönne dem Wolf das Wolfsein – aber auf der anderen Seite muss man sich auch darüber Gedanken machen, wie der Wolf in einer dicht besiedelten Region seinen Platz finden soll. Wie soll das gesteuert werden?

Meine Tiere waren zahm und die Kinder im Ort haben sie gerne gefüttert und gestreichelt. Jetzt muss ich ihnen sagen, dass die Schafe nicht mehr da sind.

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