Klärschlamm wird auf Feld ausgebracht
Christel Grommel | am

Helmstedt: Energie aus Klärschlamm

Die Region Helmstedt im Braunschweiger Land ist vom Kohleausstieg betroffen. Die Verwertung von Klärschlamm durch das Unternehmen EEW soll nun beim Strukturwandel und neuen Perspektiven helfen.

Am Donnerstag wurde in Helmstedt der Grundstein für die erste Verbrennungsanlage des Landes gelegt. In dieser soll aus dem Abfall Klärschlamm künftig wertvolle Energie gewonnen werden. Etwa 20 Prozent des niedersächsischen Klärschlamms sollen dort ab 2021 thermisch behandelt werden können.

Das Unternehmen EEW investiert rund 45 Millionen Euro in das Projekt. Zu den schon 60 bestehenden Arbeitsplätzen sollen noch 15 weitere hinzukommen. In der Firmenzentrale sind zudem 200 weitere Mitarbeiter beschäftigt.

Umweltministerium begrüßt Bau der Anlage

Die Anlage hilft, den Willen des Gesetzgebers umzusetzen, keine belasteten Klärschlämme mehr in der Landwirtschaft einzusetzen. Zudem würden Voraussetzungen dafür geschaffen, den begrenzten Rohstoff Phosphor zu recyceln.

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies begrüßt die staatliche Förderung der Anlage: „Gerade die vom Bund zur Verfügung gestellten Mittel zur Weiterentwicklung des Standortes eröffnen die Chance, weitere Projekte voranzutreiben.“ Aufgrund der guten Infrastrukturanbindung sei der Standort für ihn prädestiniert für derartige Zukunftspläne.

Thermische Verwertung zunehmend wichtiger

Aus dem Umweltministerium hieß es, dass die thermische Verwertung von Klärschlamm zunehmend an Bedeutung gewinne. Das liege auch daran, dass eine Verwertung des Klärschlamms als Düngemittel mit der Erneuerung der Düngemittelverordnung von 2017 begrenzt worden ist.

Auch die Rückgewinnung von Phosphor ist relevant: Aus der Asche des Klärschlamms kann Phosphor zurückgewonnen werden. Schon heute ist die Phosphor-Gewinnung weltweit begrenzt. Mit der Anlage wird Energie für Strom, Prozessdampf oder Fernwärme gewonnen.

Vergleichbare Projekte plant die EEW noch an anderen Standorten wie zum Beispiel in Stapelfeld bei Hamburg, in Stavenhagen und im niederländischen Delfzijl.

Mit Material von dpa

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