Praxis-Labor Digitaler Ackerbau
Cord Leymann | am

Produktive Nachhaltigkeit durch digitalisierten Anbau

Es soll Vorbild für andere Bundesländer werden: In Königslutter am Elm, Landkreis Helmstedt, wurden kürzlich Planungen für ein bundesweit einmaliges Praxis-Labor Digitaler Ackerbau vorgestellt.

Für die schnelle Einrichtung eines Praxis-Labors Digitaler Ackerbau auf der Domäne Schickelsheim in Königslutter am Elm (Kreis Helmstedt) haben Rainer Beckedorf, Staatssekretär im Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium, Gerhard Schwetje, Präsident der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen, Landrat Gerhard Radeck und der Landesbeauftragte Matthias Wunderling-Weilbier für die Region sowie die Betreiberfamilie Haller am Mittwoch (4. Dezember) eine entsprechende Absichtserklärung (Letter of Intent) unterzeichnet.

Die LWK unterhält auf der Domäne seit Jahrzehnten eine Versuchsstation, die nun auf Basis eines hohen Versuchsstandards digitalisiert und für die neutrale Bewertung von ackerbaulichen Fragestellungen im Zusammenhang mit Ressourcenschutz ausgebaut werden soll.

Kammer-Experten für Pflanzenbauversuche und Landtechnik stellten am Mittwoch auf der Fläche Arbeits- und Funktionsweisen verschiedener digitaler Landmaschinen und die Messung von Auswirkungen auf natürliche Ressourcen vor. Damit wird der Grundstein für ein bundesweit einmaliges Leuchtturmprojekt gelegt.

Welche Anwendungsmöglichkeiten und Chancen technische Lösungen wie Drohnen, Roboter und computergesteuerte Landmaschinen den landwirtschaftlichen Betrieben in Niedersachsen bereits konkret bieten, wird die LWK in Königslutter testen. Ein Ziel ist die optimale Zusammenarbeit von Landmaschinen durch digitalen Datenaustausch in der Pflanzenproduktion, um den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln im Ackerbau zu optimieren und optimale Erträge zu erzielen.

Vorteile der digitalen Technik

Die bestmögliche Verteilung von Saatgut, bestmöglich angepasste Düngung, höhere Erträge, niedrigere Emissionen, bessere Wirtschaftlichkeit und mehr Schutz für Natur und Umwelt sind einige der Vorteile, die die Landwirtschaft und die Gesellschaft vom Einsatz digitaler Technik erwarten. Die Ergebnisse aus Versuchen, Projekten und Erprobungen sollen in die Beratung, Qualifizierung und die behördlichen Aufgaben einfließen.

„Bei den aktuellen Herausforderungen für die Landwirtschaft durch den Markt, die Rechtsvorgaben und durch gesellschaftliche Erwartung müssen wir die Chancen der Digitalisierung für einen betriebswirtschaftlich optimalen Ackerbau bei gleichzeitig maximaler Rücksicht auf die natürlichen Ressourcen praktisch und breit nutzbar machen“, erläuterte Kammerpräsident Gerhard Schwetje das Projekt.

Umsetzung auf der Domäne Schickelsheim

Bislang gebe es keine umfassende betriebliche Umsetzung von Tests digitaler Technologien auf einem niedersächsischen Ackerbaubetrieb, die hinsichtlich der Effekte auf die Arbeitsprozesse und Arbeitsergebnisse sowie zugleich auf den Ressourcenschutz bewertet werde – „und zwar durch eine neutrale, unabhängige Instanz für Beratung, Qualifizierung und behördliche Aufgaben“, betonte Schwetje. „Diese Lücke schließen wir jetzt mit dem Ausbau unserer Versuchsstation auf der Domäne Schickelsheim, wo künftig aktuell verfügbares Wissen und erhältliche Technik in Versuchen, Erprobungen und Demonstrationen eingesetzt werden.“

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