Wegweiser zum Schacht Konrad
Janina Schuster | am

Salzgitter: Protest gegen Schacht Konrad

Wohin mit dem Atommüll? Die Frage steht im Raum, seit vor 75 Jahren die Atomkraft einzog. In Salzgitter spricht man sich gegen ein mögliches Endlager aus. Nun auch mittels Unterschriften-Kampagne.

Per Planfeststellungsbeschluss wurde der Schacht Konrad als Atommüllendlager ins Gespräch gebracht. Das möchten der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Naturschutzbund (Nabu) gern rückgängig gemacht sehen und haben eine bundesweite Unterschriften-Kampagne gegen das geplante Atommüllendlager Schacht Konrad in Salzgitter auf den Weg gebracht. Vergangene Woche übergaben sie diese Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies. Die Unterschriftenaktion soll den Antrag auf Rücknahme des Planfeststellungsbeschlusses für den Schacht politisch begleiten.

Gegner halten Schacht für ungeeignet

"Das alte Eisenerzbergwerk ist für die dauerhafte sichere Lagerung radioaktiver Abfälle gänzlich ungeeignet", sagte der Vorsitzende der Atomkraft-kritischen Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad, Ludwig Wasmus. Er fordert Lies auf, die Chance zu nutzen nun endlich das Richtige zu tun und das Projekt zu beenden. Die Unterschriftenaktion solle ihn bestärken, diesen Schritt zu gehen. Auch der Sprecher der bundesweiten Anti-Atom-Organisation "Ausgestrahlt", Jochen Stay, sagte: "Schacht Konrad ist nicht nur ein Problem für die Region Salzgitter. Der Atommüll, der dort nach den Plänen der Bundesgesellschaft für Endlagerung ab 2027 verklappt werden soll, stammt aus Atomkraftwerken, Forschungsreaktoren und Nuklearfabriken aus dem ganzen Bundesgebiet. Deshalb geht der Schacht Konrad alle etwas an."

Wohin mit dem Atommüll?

Der Streit um die Endlager schwelt schon lange. Seit über 60 Jahren staut sich der Atommüll aus den Atomkraftwerken. Besonders hitzig wurden die Diskussionen um die Endlagerlösung im Wendland geführt. Dort befindet sich das Zwischenlager Gorleben. Jahrzehntelang begleitet von Protesten gegen die sogenannten Castor-Transporte. Die Züge mit radioaktivem Material mussten vielfach polizeilich geschützt werden, um ihr Ziel zu erreichen. Jahrzehntelang wurde Gorleben für die mögliche Auswahl als Endlagers erkundet. 2019 und 2020 stand dann fest: der Salzstock eignet sich nicht. Die ersten schwach radioaktiven Fässer wurden aus dem Zwischenlager geholt und in den Schacht Konrad nach Salzgitter verbracht.

Schacht Konrad bereits im Bau

Auch Schacht Konrad wird seit vielen Jahrzehnten auf eine hinreichende Eignung als Endlager untersucht. Am 22. Mai 2002 erteilte das niedersächsische Umweltministerium die Genehmigung für den Schacht. Seitdem wird das alte Eisenerzbergwerk zum Endlager umgebaut.

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