Atommuellager Asse in Wolfenbüttel
Anne-Maria Revermann | am

Wolfenbüttel: Bergung des Atommülls aus der Asse verzögert sich weiter

Die Bergung der 126.000 Atommüll-Fässer aus der Asse soll erfolgen, so Umweltminister Lies. Bürger bemängeln fehlenden Zeitplan.

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) hat am Montag 13. Januar an einer Diskussion zu den Perspektiven für das Atommülllager Asse im Landkreis Wolfenbüttel teilgenommen. Eine zentrale Frage bleibt dabei, warum die Rückholung bis heute ein Projekt ist, für das Beginn und Abschluss nicht konkret absehbar sind.

Kein Zeitplan, kein Zwischenlager

Die radioaktiven Abfälle im ehemaligen Salzbergwerk Asse II bei Remlingen sollen zwar auf jeden Fall geborgen werden, betonte Umweltminister Olaf Lies, jedoch fehle ein konkreter Zeitplan, so Hauptkritikpunkt der Asse-Gegner. Es gebe weder ein detailliertes Gesamtkonzept zum Bergen des Atommülls noch einen geeigneten Standort für ein Zwischenlager, beklagen sie. Seit fast zehn Jahren stehe die Rückkholung des Atommülls auf der Agenda, passiert sei seitdem jedoch wenig.

 

Atommüll-Bergung nicht absehbar

In dem maroden Atommülllager Asse liegen in 13 Kammern rund 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen. Zwei Kammern liegen im mittleren Teil und zehn in der Südflanke des ehemaligen Bergwerks in einer Tiefe von 725 bis 750 Metern unter der Erde. Eine Kammer mit mittelradioaktiven Abfällen liegt in einem anderen Teil des Werkes in einer Tiefe von 511 Metern.

Der Bund hatte die Bergung des Atommülls bereits 2010 beschlossen. Damals war ein Gutachten vorgestellt worden, das zeigt, dass die Sicherheit von Mensch und Umwelt nur durch die Rückholung der radioaktiven Abfälle gewährleistet werden kann. Die Betreibergesellschaft mit Hauptsitz in Peine hat zudem den gesetzlichen Auftrag, die Asse II unverzüglich stillzulegen. Dies soll eigentlich möglichst schnell passieren, denn täglich dringt Wasser in das Bergwerk ein und droht es zu destabilisieren. Zehn Jahre nach dem Beschluss ist die Bergung des Atommülls jedoch immer noch nicht absehbar.

Mit Material von dpa, NDR

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