Hagebuttensträucher, Totholzhaufen und Obstbäume
Laura Schneider | am

Wolfenbüttel: Landkreis investiert kräftig in den Artenschutz

Berater informieren Landwirte gratis in Sachen Artenschutz und Förderung. So treibt der Landkreis den Artenschutz voran.

Passen Landwirtschaft und Naturschutz zusammen? Wo gibt es Schnittmengen und wie kann man Lebensräume für bedrohte Tiere und Pflanzen schaffen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Landkreis Wolfenbüttel seit Jahren. Im vergangenen Jahr stellte er einen Fördertopf für den Artenschutz zur Verfügung.

Der Landschaftspflegeverband Wolfenbüttel setzte mit Mitteln aus diesem Fördertopf in Kooperation mit der Landwirtschaftskammer ein Beratungsprojekt um. Die Biodiversitätsberater der Bezirksstelle boten interessierten Landwirte gratis Informationen in Sachen Artenschutz, Biodiversität und Förderung. Sie nahmen die Hofstelle und die Betriebsflächen unter die Lupe und lieferten Impulse für mehr Natur auf den Betrieben.

"Eh-da-Flächen" nutzen

Bei der Beratung wurde ein breites Spektrum von Themen besprochen. Einige Beispiele sind:

  • Blühflächen
  • Fördermöglichkeiten im Agrarumweltbereich
  • Neuanlage von Hecken
  • Extensive Pflege der Wegeseitenränder
  • Kompensationsmaßnahmen
  • Anbringen von Nisthilfen
  • Begrünung der Wirtschaftsgebäude

Besonderes Augenmerk galt den landwirtschaftlich unattraktiven Flächen, also z.B. Keilstücken und sogenannten „Eh-da-Flächen“. Es gibt sie auf fast jedem Betrieb und je nach Zuschnitt und Lage bieten sie sich als Standort für Streuobstwiesen an. Diese bieten einen Lebensraum für bis zu 5.000 Arten und bilden so eines der wertvollsten Biotope Mitteleuropas. Die Beratung umfasste Fragen zur Wahl der Obstsorten, der Pflanzabstände und auch die ökologische Aufwertung durch Stein- und Totholzhaufen.

Biodiversität und Erosionsschutz

Neben der neuen Initiative setzt der Landkreis Wolfenbüttel seit Jahrzehnten das sogenannte „Braunschweiger Modell“ um. Dabei unterstützt er die Anlage von Hecken und Gehölzen – und neuerdings auch Blühflächen – in der freien Landschaft. Diese aktive Landschaftsentwicklung dient auch dem Erosionsschutz. Der Landkreis stellt kostenlos standortheimische Bäume, Sträucher und Blühmischungen zur Verfügung. Die Grundstückseigentümer verpflichten sich, die Gehölze zu pflanzen, zu pflegen und zu erhalten.

Insgesamt ein praktisches Beispiel für mehr Artenschutz, das auch andere Landkreise als Anregung aufnehmen.

Mit Material von Kerstin Fricke, Bezirksstelle Braunschweig, LWK Niedersachsen

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