Das sind die Gewinner des Ceres Awards 2021.

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Ellen Hartmann | am

Ceres Award: Das sind die Gewinnerinnen und Gewinner aus Niedersachsen

Gestern Abend (9. November) hat agrarheute in Berlin den Ceres Award 2021 verliehen. Der Hauptpreis "Landwirt des Jahres" ging an Christoph Leiders aus Nordrhein-Westfalen, doch in den Kategorien "Schweinehalter", "Unternehmerin" und "Junglandwirt" siegten Landwirtinnen und Landwirte aus Niedersachsen.

Rund 200 Landwirte aus Deutschland und dem deutschsprachigen Ausland haben sich in diesem Jahr in zehn Kategorien für den Ceres Award beworben. Entscheidend für die Teilnahme waren nicht Höchstleistungen auf dem Feld oder im Stall, sondern beste wirtschaftliche Ergebnisse bei gleichzeitiger Berücksichtigung bäuerlicher Unternehmertugenden wie Mut, Ideenreichtum und Verantwortungsbewusstsein für Mensch, Tier und Natur.30 von ihnen, drei je Kategorie, hatte die Jury anhand eines umfangreichen Bewertungssystems anschließend in die Shortlist gewählt und dann auf ihren Höfen besucht. Auf der festlichen Gala "Nacht der Landwirtschaft" kürte agrarheute dann gestern Abend im Berliner Zoopalast die zehn Sieger sowie den Gesamtsieger - den "Landwirt des Jahres 2021".

Auf einen Blick: das sind die Kategoriesieger

  • Ackerbau: Jochen Buß aus Rheinland-Pfalz
  • Energielandwirt: Thomas Karle aus Baden-Württemberg
  • Biolandwirt: Bernhard Hänni aus Noflen in der Schweiz
  • Junglandwirt: Johannes Müller aus Niedersachsen
  • Rinderhalter: Paul Costello aus Brandenburg
  • Schweinehalter: Tim Friedrichs aus Niedersachsen
  • Geflügelhalter: Frank Vogler aus Bayern
  • Manager: Christoph Leiders aus Nordrhein-Westfalen
  • Unternehmerin: Maren Jänsch aus Niedersachsen
  • Geschäftsidee: Markus Zott aus Bayern

Sieg für Niedersachsen: Maren Jänsch gewinnt Kategorie "Unternehmerin"

Maren Jänsch ist Landwirtin in Eldagsen in der Region Hannover.

Maren Jänsch ist Landwirtin in Eldagsen in der Region Hannover und hat die Jury unter anderem mit ihrer Arbeitsweise und ihrem Betriebskonzept überzeugt. "Seit Übernahme des Betriebes 2008 steigt das Betriebsergebnis kontinuierlich an. Maren Jänsch hat mutig auf eine Nische gesetzt und ein cleveres Marketing rund um den Kürbis aufgebaut", begründen die Juroren ihre Entscheidung. Jurorinnen in dieser Kategorie sind Anke Fritz von agrarheute, Sanna Karolszyk von Corteva und Juliane Vees vom Deutschen Landfrauenverband.

2008 hat Maren Jänsch den Betrieb von ihrer Mutter übernommen und geht seitdem konsequent ihren eigenen Weg. Denn "man ist nur gut in den Dingen, für die man sich frei entschieden hat", zeigt sie sich überzeugt. Insgesamt baut die Landwirtin auf 20 Hektar 120 Kürbissorten an. Das bedeutet harte Arbeit, denn viele Arbeitsgänge sind nur mit der Hand möglich. Die Vermarktung hat sie selbst aufgebaut und liefert heute sogar an den Lebensmitteleinzelhandel. Eine eigene Marke, ein eigenes Label - Der Eldagser Hoflieferant - ist in der Region gut bekannt.

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Sieger in der Kategorie Schweinehalter: Landwirt Tim Friedrichs

Tim Friedrichs ist Schweinehalter mit Leib und Seele.

Tim Friedrichs ist Schweinehalter mit Leib und Seele. Aus diesem Grund hat er die Jury auch überzeugt. Er zeigt, wie man als konventioneller Betrieb Wirtschaftlichkeit, Umweltschutz und Tierwohl in beispielhafter Weise unter einen Hut bekommt und damit auch Kritikern der herkömmlichen Tierhaltung den Wind aus den Segeln nimmt. Mit seinem selbst entwickelten Erdwärmetauscher macht sich der leidenschaftliche Schweinehalter die Vorteile der Geothermie zunutze und bietet seinen Tieren über das ganze Jahr hinweg ein perfektes und konstantes Stallklima. Der Lohn sind nicht nur gesunde Schweine, sondern auch deutlich geringere Energiekosten.

Der 41-Jährige aus Hilgermissen, etwa 40 Kilometer südlich von Bremen, bewirtschaftet einen Betrieb mit Ferkelerzeugung, Schweinemast und Ackerbau. Er arbeitet im geschlossenen System mit 170 Muttersauen sowie 800 Ferkelaufzucht- und 1.660 Mastplätzen. Um seinen Schweinen mehr Tierwohl zu bieten, hat der Landwirt sich etwas Besonderes ausgedacht. Er hat den 2015 fertiggestellten Aufzucht- und Maststall mit einem selbst konstruierten Erdwärmetauscher ausgestattet. Der ermöglicht eine bessere und umweltfreundlichere Stallklimatisierung. "Mit unserem Geothermieprojekt gewährleisten wir über das ganze Jahr hinweg ein nahezu perfektes Stallklima und bieten so ein hohes Maß an Lebensqualität für Mensch und Tier", so der Friedrichs.

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Johannes Müller aus Göttingen gewinnt Kategorie "Junglandwirt"

Die Welt von Junglandwirt Johannes Müller dreht sich um Gemüse, Kartoffeln und Getreide.

Die Welt von Johannes Müller dreht sich um Gemüse, Kartoffeln und Getreide. Seit er 2017 in den Biobetrieb seiner Familie eingestiegen ist, beschäftigt er sich mit zukunftsweisenden Ackerbaustrategien für seinen Betrieb. Dafür arbeitet er mit Firmen aus der Agrarbranche sowie den Universitäten Göttingen und Kassel zusammen. Darüber hinaus lässt sich der 27-Jährige auch neue Strategien für die Vermarktung von Kohl, Karotten und anderen Kulturen einfallen. So gibt es bei ihm unter anderem bunte Möhren fürs Schulobst, spezielle Ofenkartoffeln für das türkische Gericht Kumpir mit Rezeptideen und auch gelbe Beete – die Beete ohne Sauerei in der Küche. "Es ist zunehmend schwierig zu vermitteln, dass es auch im Biolandbau B-Ware gibt. Also lasse ich mir ständig etwas Neues einfallen, um mein Gemüse zu vermarkten", erklärt der Junglandwirt.

Darum hat der Junglandwirt die Jury überzeugt

Müller hat die Juroren der Kategorie Junglandwirt im CeresAward mit seinem Unternehmergeist überzeugt. Der junge Mann hat es geschafft, den bereits erfolgreich laufenden Betrieb seiner Eltern weiter voranzubringen - der Biolandhof ist einer der größten Bio-Brokkoli- und Blumenkohlproduzenten Deutschlands. Dabei geht es ihm um die Devise, sinnvoll zu wachsen und dabei betriebswirtschaftlichen, familiären und gesellschaftlichen Ansprüchen gerecht zu werden. Mit exzellenter Mitarbeiterführung und -förderung zeigt er genauso Verantwortungsbewusstsein wie mit der Beteiligung an vielen Forschungsprojekten. Über Kooperationen stärkt er andere Betriebe in der Gegend und mit dem Sitz im Aufsichtsrat der FairBio-Genossenschaft trägt er seinen Teil dazu bei, den deutschen Biolandbau nach vorne zu bringen. Juroren in dieser Kategorie sind Dagmar Deutsch von agrarheute, Jens Steinhardt von Mitas und Mara Walz vom Bund der Deutschen Landjugend.

Landwirt des Jahres ist Christoph Leiders aus NRW

Mit Christoph Leiders aus Willich-Anrath ging die hohe Auszeichnung Landwirt des Jahreszum ersten Mal nach Nordrhein-Westfalen.

Mit Christoph Leiders aus Willich-Anrath ging die hohe Auszeichnung Landwirt des Jahreszum ersten Mal nach Nordrhein-Westfalen. Die Juroren erklären ihre Entscheidung: Der Landwirt des Jahres 2021 verkörpert in perfekter Weise das, was einen zukunftsorientierten Landwirt heute auszeichnet. Er hat einen gesunden und hervorragend ausbalancierten Kreislauf geschaffen, in dem Familie, Mitarbeiter und Kunden integriert sind und sich gegenseitig unterstützen. Zudem hat der Landwirt die Potenziale seines Hofes frühzeitig erkannt und seinen Weg tatkräftig und mit viel Liebe zur Landwirtschaft konsequent verfolgt.

Die Geschichte von Christoph Leiders, seiner Familie und seinen mittlerweile 60 Mitarbeitern ist die eines Pioniers. Schon vor über 20 Jahren stieg er auf ökologischen Landbau um, setzt seitdem auf Direktvermarktung und gesunde Kreisläufe für Pflanzen, Tiere und Menschen. Auf seinem Stautenhof im nordrhein-westfälischen Willich-Anrath kann man in Backstube, Bistro Metzgerei und Hofladen schmecken und sehen, wie gute Ernährung und nachhaltige Landwirtschaft zusammenhängen. Aber auch Familie und Mitarbeiter sorgen mit vorbildlichem Gesundheitsmanagement dafür, dass der Stautenhof mit seinem "Wirtschaften im Einklang mit Mensch und Natur" ein Vorreiter bleibt. "Wir freuen uns, dass unser nachhaltiges Stautenhof-Konzept für uns alle – die Kunden, die Mitarbeiter und die Familie aufgeht", betont der Landwirt.

Mit Material von agrarheute

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