Ostern und Corona: Schokohasen mit Mundschutz
Meinung | Maren Diersing-Espenhorst | am

Corona: Mein Geduldsfaden ist endlich

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich kann Ihnen sagen, mein Geduldsfaden ist inzwischen sehr endlich. Mit jedem Tag, der verstreicht und die Coronalage sich nicht entspannt, wird mein Geduldsfaden angespannter.

Letzte Woche habe ich das erste Mal seit Monaten meine Familie wiedergesehen. Natürlich mit Abstand und entsprechend der geltenden, sich ständig wechselnden und von Landkreis zu Landkreis unterschiedlichen Coronaregeln. Gar nicht so einfach, denn wie erklärt man kleinen Kindern, die man seit einem halben Jahr nicht gesehen hat – außer bei Videotelefonaten - dass sie Abstand halten müssen. Da wurde mir einmal mehr bewusst, auf wie viel wir alle gerade verzichten müssen.

Die Corona-Nachrichten lassen verzweifeln

Zudem ist die Nachrichtenlage nicht dazu angetan, zur Entspannung beizutragen: Skandale um Maskeneinkäufe, fehlende Testmöglichkeiten, fehlende Impfstoffe, fehlende Perspektiven. Ein Ende der Pandemie ist nicht in Sicht.

Wieso, frage ich mich, wurden nicht sofort die Hausärzte in die Impfkampagne einbezogen? Sie wissen doch, wie alt ihre Patienten sind und welche ein erhöhtes Risiko haben. Zudem haben sie Erfahrung mit Impfkampagnen. Sie impfen jeden Herbst gegen die Grippe.

Wann kommt das Ende der Corona-Einschränkungen?

Stattdessen werden teure Impfzentren aufgebaut, die aufgrund fehlender Impfstoffe nicht arbeiten können, aber deren Personal dennoch bezahlt werden muss. Das ist eine kostspielige Angelegenheit für den Staat und damit für die Steuerzahler. Schon jetzt sind die Kosten dieser Pandemie nicht mehr überschaubar und werden vermutlich noch Generationen nach uns beschäftigen.

Zum Jahreswechsel war ich noch optimistisch, dass die Impfung der Bevölkerung zügig voranschreiten wird, so dass ein Ende der Einschränkungen in Sicht ist. Diese Hoffnung wurde uns vor Wochen genommen. Stattdessen stehen wir an der Schwelle zu einer sogenannten dritten Welle, dabei ist die zweite doch nie wirklich zu Ende gegangen. Schulen öffnen, um direkt wieder geschlossen zu werden, das gleiche geschieht mit Läden. Von Gastronomiebetrieben sprechen wir lieber gar nicht erst. Wie sie diese furchtbare Zeit überstehen sollen, ist mir ein Rätsel.

Das Licht am Ende des Tunnels

Alles was uns zu bleiben scheint, sind lauwarme Durchhalteparolen, die scheinbar das Versagen auf politischer Ebene vertuschen sollen. Also werden wir den nächsten Feiertag nicht im Kreis unserer Familie verbringen, sondern uns weiterhin abschotten, um niemanden in Lebensgefahr zubringen.

Denn schlussendlich ist es das, was uns bleibt: Das Wissen, dass wir die Isolation und Einschränkungen aus Zuneigung zu unseren Liebsten ertragen. Um sie zu schützen und irgendwann doch wieder in die Arme nehmen zu können. Das ist dann doch all die Mühen Wert und mein Lichtblick am Ende eines düsteren, langen Tunnels.

Produkte entdecken

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✓ Artikel merken und teilen

✓ exklusiv: Video und Audio

✓ Familienzugang

✓ 1 Tag früher informiert

Digitale Ausgabe

✓ Artikel merken und teilen
✓ exklusiv: Video und Audio
✓ Familienzugang
✓ 1 Tag früher informiert
 
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • Schafe auf der Weihnachtsbaumplantage
  • Vor dem Rentenantrag genau rechnen
  • So wintern Sie die Pflanzenschutzspritze ein
  • Züchterleidenschaft für Hannoveraner: Pferdezucht Bollhorst

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen