Frau kauft im Supermarkt ein

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Janina Schuster | am

Corona hilft dem Ehrenamt in Niedersachsen

Auch wenn Corona vor allen Dingen viel Frust in die Leben vieler Menschen gebracht hat, gab es auch positive Entwicklungen. Das Ehrenamt bekam überraschend viel Zulauf. Die Lockerungen scheinen das nicht zu ändern.

Die Freiwilligenagentur Wedemark in der Region Hannover zählte vor der Pandemie 100 Freiwillige, die sich in ihrem Namen engagierten. Seit Beginn der Pandemie hat sich diese Zahl verdreifacht, sagt Leiter Daniel Diedrich. Die Ehrenamtler sind in verschiedenen Bereichen tätig, von der Essensausgabe bei den Tafeln bis zu Fahrten für Ältere zum Impfzentrum. Die Leute seien trotz Lockerung der Corona-Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie geblieben. Dabei seien alle Altersgruppen vertreten. Schüler aus der Oberstufe engagierten sich demnach genau so aktiv wie Rentner mit Mitte 70, erklärt Diedrich. Aktuell suche die Agentur besonders Lernpaten für Schülerinnen und Schüler. Da sei der Bedarf besonders hoch.

Einkaufshilfen und Haustierversorgung

Ähnlich sieht es in Osnabrück aus. Seit Beginn der Pandemie haben sich dort rund 2.500 Menschen gemeldet und ihre Unterstützung angeboten. "Ein Großteil ist noch dabei", freut sich Raphael Dombrowski von der Freiwilligenagentur der Stadt. Wenn mit steigenden Inzidenzen die Nachfrage nach Einkaufshilfen und Haustierversorgung zunehme, werde ihre Unterstützung gebraucht. "Viele Studierende, die gerade erst hergezogen sind, kennen noch keinen - da versuchen wir zu vermitteln", sagt Dombrowski.

Studierende und Geflüchtete engagieren sich

Am Ball geblieben sind auch die meisten Ehrenamtlichen aus Braunschweig. Dort sprangen, nach Angaben von Oliver Ding von der Freiwilligenagentur Braunschweig, einige wenige ab, seitdem sie nicht mehr in Kurzarbeit oder im Homeoffice sind. Viele nähmen sich nun aber nach Feierabend oder am Wochenende Zeit. Seit Pandemiebeginn kamen zu den zuvor mehr als 2.600 Freiwilligen mehr als 1.000 neue dazu. Darunter viele Studierende und Geflüchtete.

Krisenzeiten schweißen zusammen

"In Krisenzeiten steigt die Hilfsbereitschaft", sagt Francesca Ferrari von der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen und Koordinierungsstellen für das Ehrenamt in Hannover. Im Jahr 2015 zeigte sich das bereits an der Geflüchtetensituation. Viele Menschen, die eigentlich stark durch Beruf oder Familie eingebunden sind, engagieren sich nun ehrenamtlich. Das liegt auch an der Veränderung des Ehrenamtes. Es sei flexibler geworden, erklärt Ferrari. Nun sei es möglich, sich dreimal wöchentlich oder aber auch nur einmal im Jahr zu engagieren.

Nicht bekannt ist, wie viele Menschen sich in Niedersachsen tatsächlich für andere einsetzen. Die jüngsten Zahlen stammen aus 2014, offizielle Zahlen gibt es nicht. Nach Angaben des Freiwilligensurvey engagierten sich 2014 rund 46,2 Prozent der Bevölkerung in Niedersachsen über 14 Jahre ehrenamtlich.

Mit Material von NDR
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