Stephan Weil im niedersächsischen Landtag.
Ellen Hartmann | am

Das sind die Corona-Lockerungen in Niedersachsen

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil will nach dem monatelangen Lockdown jetzt einige Corona-Maßnahmen lockern. Unter anderem sollen die Schulen wieder öffnen und Präsenzunterricht anbieten dürfen.

Da die Inzidenzwerte in Niedersachsen derzeit rückläufig sind, möchte der Ministerpräsident die Corona-Beschränkungen vorsichtig lockern. Wenn Kreise und Städte eine Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 vorweisen können, seien Lockerungen möglich.

Was bedeutet das?

"Wir wollen vorsichtig sein, aber die vorhandenen Spielräume nutzen", so Stephan Weil bei der heutigen (4. Mai) Landespressekonferenz. Laut dem Robert-Koch-Institut liege die Sieben-Tages-Inzidenz landesweit momentan bei 99,5. Eines solle jedoch klar sein, so Weil weiter: "Die Hochinzidenzkommunen mit einem Wert von über 100 bleiben davon unberührt." In insgesamt 16 von 45 Landkreisen und Städten liege die Zahl der Neuinfektionen jedoch noch über dem Wert.

Was wird gelockert?

Weil erklärte, dass vor allem Aktivitäten im Außenbereich von den Lockerungen betroffen sein sollen. Jedoch würden weiter Sicherungsmaßnahmen wie der Nachweis von Impfung oder negativem Test, das Tragen einer Maske und Kontaktbeschränkungen gelten. In Niedersachsen sollen zudem ab Montag (10. Mai) wieder mehr Kinderbetreuung und Präsenzunterricht ermöglicht werden. Kultusminister Grant Hendrik Tonne teilte mit, dass Kitas und Schulen bis zu einem Inzidenzwert von 165 offengehalten werden sollen.

Schüler wechseln ins "Szenario B"

Ab Montag können Regionen unter diesem Wert Präsenzunterricht im Wechselmodell (Szenario B) anbieten. Das bedeutet: die Schülerinnen und Schüler werden in Lerngruppen aufgeteilt und dürfen im Wechsel zur Schule gehen oder zuhause bleiben. "Wir können jetzt endlich wieder allen Kindern und Jugendlichen ein Angebot auf Bildung und Betreuung machen", so Tonne weiter. "Das erleichtert mich sehr, denn die Kinder und Jugendlichen verzichten seit Monaten und leisten einen enormen Beitrag in der Pandemiebekämpfung."

Neue Corona-Verordnung?

Die neuen Regelungen sollen über eine aktualisierte Corona-Verordnung festgelegt werden, die am 10. Mai in Kraft treten soll. Weiter sind auch Lockerungen für Einzelhandel, Gastronomie und Tourismus vorgesehen – sie sollen öffnen dürfen, wenn die Inzidenz unter 100 liege. Hier im Überblick:

Gastronomie: 

  • Nur mit: negativem Corona-Test, Impfnachweis oder Genesungs-Nachweis
  • Sperrstunde ab 23 Uhr
  • Gastronomen müssen Hygienekonzept vorlegen
  • Öffnung der Innengastronomie erst zwei Wochen später (maximale Auslastung 50 Prozent)

Tourismus:

  • Dürfen öffnen: Hotels, Ferienhäuser, Jugendherbergen, Campingplätze und andere Beherbergungs-Einrichtungen
  • maximale Auslastung von 60 Prozent
  • verpflichtend: negativer Corona-Test bei Anreise
  • Beherbergung sind im ersten Schritt nur für Personen mit Erstwohnsitz in Niedersachsen erlaubt

Einzelhandel:

  • ohne Terminvereinbarung
  • Voraussetzung: negativer Corona-Test, Impfnachweis oder Genesungs-Nachweis
  • verpflichtende Kontaktnachverfolgung (digital oder analog)
  • 20 Quadratmeter Verkaufsfläche pro Kunde / ab Ladengröße von 800 Quadratmetern: 40 Quadratmeter pro Kunde
Mit Material von dpa, NDR und NP
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