In Niedersachsen gelten ab morgen (24. November) strengere 2G-Regelb in Bereichen des öffentlichen Lebens.
Ellen Hartmann | am

Corona-Verordnung: Niedersachsen setzt auf strengere 2G-Regel

Seit dem 24. November gibt es in Niedersachsen verschärfte 2G-Regelungen in Bereichen des öffentlichen Lebens. Wir erklären Ihnen, wo und wann was gilt.

"Wir ergreifen heute - bei einer landesweiten Inzidenz von 181 - Schutzvorkehrungen, die andere Bundesländer erst bei deutlich höheren Werten angeordnet haben und bitten die Niedersächsinnen und Niedersachsen dafür um Verständnis", so Ministerpräsident Stephan Weil am 23. November, während er die neue Corona-Verordnung des Landes vorstellte. Doch was gilt nun?

Niedersachsen verschärft Warnstufenkonzept

Niedersachsen verschärft sein Warnstufenkonzept. Nun gilt: Die Warnstufe gilt nun schon nach einer Sieben-Tages-Hospitalisierungsinzidenz ab 3 bis einschließlich 6. Warnstufe 2 hingegen tritt ab einer Hospitalisierungsinzidenz von über 6 bis 9 in Kraft, Warnstufe 3 ab einem Wert über 9. Zusätzlich gelten vor der Warnstufe 1 bereits erste Verschärfungen. 

     

    Corona-Verordnung: was gilt nun?

    Vor Warnstufe 1 (Hospitalisierungsinzidenz bis 3)

    • 3G (also Zutritt für Geimpfte, Genesene und Getestete) bei Veranstaltungen mit mehr als 25 Personen in Innenräumen (wenn die Sieben-Tages-Inzidenz über 35 liegt). Gilt im Innenbereich für Kultur-, Sport- und Freizeiteinrichtungen, Weihnachtsmärkte (hier auch drau0ßen), Diskotheken, Beherbergung, Gastronomie und körpernahe Dienstleistungen. Bei Veranstaltungen in Innenräumen mit mehr als 1.000 Menschen gilt jedoch 2G (Zutritt für Genesene und Geimpfte).

    Warnstufe 1 (Hospitalisierungsinzidenz ab 3 bis 6)

    • 2G im Innenbereich bei allen Veranstaltungen in Kultur-, Sport- und Freizeiteinrichtungen, in Diskotheken, Gastronomie, bei der Beherbergung sowie bei körpernahen Dienstleistungen.
    • 2G auf Weihnachtsmärkten (draußen wie drinnen) - plus Maskenpflicht. Zum Essen und Trinken darf die Maske jedoch kurz angehoben werden.
    • 3G unter freiem Himmel

    Welche Verschärfungen sind noch geplant?

    Warnstufe 2 (Hospitalisierungsinzidenz über 6 bis 9)

    • ab hier gilt: Verschärfung auf 2GPlus. Das bedeutet, dass Genesene und Geimpfte zusätzlich einen negativen Corona-Test vorzeigen müssen. Dies gilt für alle Veranstaltungen im Innenbereich, aber auch für Weihnachtsmärkte. Auch in den Innenbereichen von Kultur-, Sport- und Freizeiteinrichtungen, Gastronomie, Beherbergung, Diskotheken sowie bei allen körpernahen Dienstleistungen gilt 2GPlus. 
    • draußen gilt in dieser Warnstufe die Begrenzung auf 2G. 
    • FFP2-Masken müssen in Innenbereichen getragen werden
    • in Innenbereichen dürfen sich lediglich bis zu 15 Personen ohne 2GPlus beziehungsweise im Rahmen von 2G unter freiem Himmel treffen

    Warnstufe 2 (Hospitalisierungsinzidenz über 9)

    • maximal zehn Personen dürfen sich in Innenräumen ohne 2GPlus treffen
    • Für Veranstaltungen heißt es hierzu von der Staatskanzlei: "Die Ausgestaltung von Warnstufe 3 erfolgt in Kürze."

    Weiter gilt in allen Warnstufen: Ausnahmen wie der Wegfall von Abstand und Maskenpflicht gelten ab 2G nicht mehr. 

    Warum treten die Verschärfungen in Kraft?

    Grund für die Verschärfungen der Verordnung sei die Zahl der Krankenhauseinweisungen von Corona-Erkrankten, heißt es. Laut Daten von Montagmorgen liege die Hospitalisierungsinzidenz in Niedersachsen derzeit bei 5,6, am Sonntag noch bei 5,3. Dieser Wert verdeutliche wie viele Patientinnen und Patienten pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen mit einer nachgewiesenen Corona-Infektion neu ins Krankenhaus eingeliefert worden seien. Am Montagmorgen seien auf den niedersächsischen Intensivstationen 7,7 Prozent der Betten mit Covid-19-Infizierten belegt gewesen. Am Sonntag seien es 7,4 Prozent gewesen.  

    Weitere Maßnahmen am Arbeitsplatz:

    Bundesrat und Bundestag haben das Infektionsschutzgesetz überarbeitet, welches neue Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beinhaltet. Die bundesweiten Maßnahmen gelten bis zum 19. März 2022. Unter anderem verschärft das Gesetz die Regeln am Arbeitsplatz: Seit dem 24. November gilt am Arbeitsplatz die 3G-Regelung, auch die Homeoffice-Pflicht besteht wieder. Die 3G-Regel am Arbeitsplatz besagt, dass Mitarbeiter vor dem Betreten ihrer Arbeit vorweisen müssen, dass sie genesen, geimpft oder getestet sind. 

     

    Mitarbeiter brauchen negativen Test

    Wer nicht geimpft oder genesen ist, benötigt täglich einen negativen Corona-Test, um Zugang zum Arbeitsplatz zu bekommen. Hier ist nu ein zertifizierter Nachweis gültig. Das bedeutet, dass ein Antigen-Test nicht älter als 24 Stunden sein darf und ein PCR-Test nicht älter als 48 Stunden. Nicht als Nachweis gelten Selbsttests zur eigenen Anwendung oder ohne Aufsicht. Ein Selbsttest vor Ort und unter Aufsicht des Arbeitgebers ist jedoch möglich. Wer keinen negativen Test vorzeigen kann oder will, darf das Betriebsgelände nicht betreten. In diesem Fall drohen Lohnverlust und bei schweren Verstößen sogar eine Kündigung. 

    Homeoffice-Pflicht wieder eingeführt

    Weiter gilt laut dem überarbeiteten Infektionsschutzgesetz auch erneut eine Homeoffice-Pflicht. Mitarbeiter, die ihre Arbeit von zu Hause erledigen können, sollen demnach nicht mehr in den Betrieb kommen. Sprechen jedoch "betriebsbedingte Gründe" dagegen, gelten Ausnahmen. Unter anderem wäre dies der Fall, wenn Arbeitsabläufe nicht mehr eingehalten werden könnten oder eingeschränkt werden würden. Ein Beispiel: dies wäre bei Schalterdiensten mit Kunden oder Reparatur- und Wartungsarbeiten der Fall. Zusätzlich heißt es allerdings auch, dass die Homeoffice-Pflicht stark von der jeweiligen Branche abhänge. Denn nicht bei jeder Tätigkeit ist Homeoffice möglich. Mitarbeiter können sich auch gegen Homeoffice aussprechen, wenn zuhause eine "räumliche Enge" herrscht, "Störungen durch Dritte" gegeben sind oder es eine "unzureichende Ausstattung" gibt. 

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