Landwirt arbeitet mit Tablet
Christel Grommel | am

Digitalisierung in der Landwirtschaft – in Niedersachsen geht es voran

Die Digitalisierung ist schon in der Landwirtschaft angekommen. Digitale Techniken wie Parallelfahrsysteme, Melkroboter und andere Neuerungen haben auf den Höfen Einzug gehalten.

Digitalisierung ist mehr als der Übergang von analogen Daten zu digitalen. Vielmehr geht es um die zunehmende Automatisierung und Vernetzung landwirtschaftlicher Verfahren und Prozesse sowie entsprechendem Datenaustausch und Dokumentation.

Digitalisierung soll dabei helfen, die Produktion effizienter und damit auch nachhaltiger und wirtschaftlicher auszurichten. Um die Potenziale für die Landwirtschaft besser nutzbar zu machen, wurden schon einige Initiativen und Förderprogramme ins Leben gerufen.

Politik fördert die Digitalisierung

Nun kommt auch die Politik ins Spiel und fördert die Etablierung der Digitalisierung in der Landwirtschaft. Seit September 2018 gibt es im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft eine Digitalisierungsbeauftragte für die Landwirtschaft und zwei neue Referate. Diese haben zum Ziel, die Rahmenbedingungen der Digitalisierung in der Landwirtschaft mitzugestalten und Chancen auch für kleine und mittlere Betriebe nutzbar zu machen.

Digitale Experimentierfelder

Eine der ersten Maßnahmen zur Umsetzung war eine Projektausschreibung zur Einrichtung von digitalen Experimentierfeldern. Unterschiedliche digitale technische Lösungen sollen in enger Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Praxisbetrieben erprobt und bewertet werden. Mitwirken können Landtechnikhersteller, Dienstleister sowie Beratung und Wissenschaft. Insgesamt 14 Experimentierfelder sollen gefördert werden, drei davon in Niedersachsen. Für eine Laufzeit von drei Jahren sind 50 Millionen Euro vorgesehen.

Niedersachsen auf gutem Weg

Teilnehmer der Einrichtungsveranstaltung des Praxis-Labors Digitaler Ackerbau in Königslutter

Die Nutzung der Chancen durch eine enge Zusammenarbeit mit allen Beteiligten wurde bereits von der Politik in der Koalitionsvereinbarung verankert.

Ein positives Ergebnis daraus ist die Freischaltung der bisher kostenpflichtigen RTK-Korrekturdaten des amtlichen Satellitenpositionierungsdienstes SAPOS. Landwirte in Niedersachsen können nun auch ohne hohe Gebühren die Vorteile der hochpräzisen Satellitennavigation auf ihren Flächen nutzen.

Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) gründete einen Arbeitskreis mit rund 20 Vertretern aus verschiedenen Institutionen der Wirtschaft. Die Erkenntnisse und Entscheidungen aus diesem Arbeitskreis sollen auch der Landesregierung informierend und beratend dienen.  Auch mit Unterstützung des ML gründete die Landwirtschaftskammer Niedersachsen das Praxislabor „Digitaler Ackerbau“, das noch in diesem Jahr die Arbeit aufnehmen soll.

Noch einige Baustellen zu bewältigen

Der Breitbandausbau in ländlichen Räumen gehört zu den Themen, bei denen sich noch viel tun muss. Das Potenzial der Digitalisierung kann nicht ausgeschöpft werden, wenn keine Netzanbindung besteht. Für die digitalen Anwendungen in der Landwirtschaft ist aber gerade diese dringend notwendig.

Auch im Bereich Datenschutz sind noch einige Fragen offen: Die Nutzung von onlinebasierten Portalen kann Risiken mit sich bringen. Weiterer Bedarf besteht bei Schnittstellen, die oft aufgrund von Einzellösungen nicht mit anderen Systemen kompatibel sind.

Mit Material von LWK Niedersachsen

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