Schild der LWK-Niedersachsen
Birgit Greuner | am

Von Dürrenothilfe bis ENNI: Landwirte profitieren von Arbeit der LWK

Die LWK leistet wertvolle Arbeit für Niedersachsens Landwirte. Das zeigte einmal mehr auch die Kammerversammlung in Oldenburg.

Die Dürrenothilfe termingerecht zu bearbeiten, das war kein einfaches Projekt der LWK Niedersachsen. Entsprechende personelle Ressourcen mussten auf die Auftragsbearbeitung konzentriert werden. Aber es hat geklappt.

Kammerdirektor Hans-Joachim Harms stellte heute (28. November) die Ergebnisse des Projektes vor – als ein Beispiel für die Arbeit der Landwirtschaftskammer in Sachen landwirtschaftliche Praxis, Politik und Gesellschaft.

Von den 4.600 Dürrehilfe-Anträgen seien rund 3.300 positiv entschieden worden. „Das entspricht einem finanziellen Volumen von gut 54 Mio. Euro und damit 80 Prozent des geltend gemachten Schadens“, präzisierte Harms.

Zurückgestellte Aufgaben würden nun nachgearbeitet. Trotz der Belastungen habe man es geschafft, die Anträge für die Flächenprämie termingerecht zu bearbeiten. „Die Gelder werden pünktlich zum Jahresende ausgezahlt werden“, kündigte der Kammerdirektor an.

Auch LWK nicht mit einbezogen

Kammerpräsident Gerhard Schwetje äußerte Verständnis für die Landwirtsproteste in ganz Deutschland: „Das unternehmerische Risiko ist derzeit erschreckend, oder besser gesagt abschreckend groß.“ Bäuerinnen und Bauern hätten massive Angst um ihre wirtschaftliche Existenz."

Sie sehen sich ins gesellschaftliche Abseits gedrängt. Die Forderung der Protestierenden, „Redet mit uns!“, nannte Schwetje „eigentlich eine Selbstverständlichkeit“.

Auch die Kammer als Fachbehörde sei von der Politik bei einigen wichtigen landwirtschaftlichen Fragen nicht mit einbezogen worden. Als Beispiele nannte der Kammerpräsident die Ausweisung der „roten Gebiete“ durch das Land sowie die Pläne des Bundes zur Verschärfung der Düngeverordnung. „Ungeachtet dessen arbeiten wir weiter mit Hochdruck daran, den landwirtschaftlichen Unternehmen bei ihren künftigen Herausforderungen zu helfen“, sagte Schwetje.

ENNI schafft Rechtssicherheit

So habe die Düngebehörde der Kammer die elektronische Datenbank ENNI (Elektronische Nährstoffmeldungen Niedersachsen) entwickelt. Sie vereinfache die Meldepflicht für Wirtschaftsdünger erheblich. Das Programm helfe den Nutzern, die komplexen gesetzlichen Regelungen einzuhalten, „und schafft damit Rechtssicherheit“.

Nicht nur bei ENNI erweise sich die Digitalisierung als ein Segen. „Ohne sie ist eine Landwirtschaft der Zukunft kaum vorstellbar“, sagte der Präsident. Auch auf diesem Gebiet treibe die Kammer „gut vernetzt mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik“ die Entwicklung voran.

So solle zum Beispiel das digitale Frühwarn- und Entscheidungshilfesystem „DigiSchwein“ Tiergesundheit, Tierwohl, Betriebsmitteleffizienz und Nachhaltigkeit weiter steigern. Gleichzeitig gehe es um eine Verringerung von Nährstoffanfall, Umweltbelastungen sowie eingesetzter Arzneimittel. „Das Ziel des Projektes ist eine Optimierung der Schweinehaltung ganz im Sinne von Politik, Gesellschaft und Landwirtschaft“, fasste Schwetje zusammen.

Digitaler Ackerbau

In die gleiche Richtung ziele das „Praxis- und Versuchstechnikum digitaler Ackerbau“. Das geht in wenigen Tagen in Schickelsheim (Landkreis Helmstedt) an den Start. Hier will man die Auswirkungen digitaler Technik auf Boden, Wasser und Artenvielfalt, aber auch auf die Optimierung der Produktion sowie die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit im Ackerbau untersuchen.

Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nicht nur der landwirtschaftlichen Praxis nützen. „Wir wollen damit auch unserer Gesellschaft die Vorteile des modernen Ackerbaus näherbringen“, sagte Schwetje.

InnoPig vergleicht verschiedene Abferkelsysteme

Fragen zur künftigen Schweinehaltung würden auf der Versuchsstation in Wehnen bearbeitet. So habe das in diesem Jahr beendete Projekt InnoPig verschiedene Abferkelsysteme für die Sauenhaltung verglichen. Dabei habe man die Auswirkungen auf den Platzbedarf der Tiere sowie deren Bewegungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten untersucht. Ein wichtiges Kriterium für die erarbeiteten Ergebnisse sei gewesen, dass „alles praxisgerecht umsetzbar sein muss“.

Das gelte auch für die in Wehnen stattfindenden Untersuchungen zur Aufbereitung von Gülle und zur Verwertung der dabei anfallenden Produkte. So ließen sich Wirtschaftskreisläufe schließen und Ressourcen effektiv schützen. „Nur technische Innovation ist in der Lage, Fragen bei der Entwicklung einer zukunftsfähigen Landwirtschaft zu beantworten und Probleme zu lösen“, sagte Harms. Beschränkung oder Regulierung seinen kontraproduktiv.

Von Task Force Waldschäden bis Train4Clim

Mit Blick auf die von Stürmen, Dürre und Borkenkäferplage vielerorts geschädigten Privatwaldbesitzer berichtete Harms von der „Task Force Waldschäden“, die bereits im Herbst 2018 eingerichtet wurde. Sie unterstütze die „bis zur Belastungsgrenze tätigen Bezirksförsterinnen und Bezirksförster“ bei der Schadenserhebung und den Arbeiten zur Schadensminderung.

Hilfreich sei dabei eine von der Kammer entwickelte App, mit der die Schadenssituation und der Befall durch Borkenkäfer erfasst und kartiert werden könne. „Dieses technische Hilfsmittel gehört zu den besten Tools dieser Art bundesweit und ermöglicht eine koordinierte Beseitigung des Schadholzes“, erklärte der Kammerdirektor.

Ebenfalls vielversprechend sei das erst kürzlich gestartete Projekt „Train4Clim“. Dessen Ziel sei es, die Weiterbildung und Beratung für die Privatwaldbesitzer und die Waldwirtschaft bezüglich des Klimawandels zu verbessern.

Mit Material von LWK Niedersachsen
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