Parabene-App

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Dr. Andrea Flemmer | am

Was sind eigentlich Parabene?

In Arzneimitteln, Kosmetika und Lebensmitteln werden Parabene zumeist als Konservierungsstoffe eingesetzt. In Lebensmitteln können sie negative Folgen für die Gesundheit haben. Hier lesen Sie, welche.

Etwa in jedem zehnten Kosmetikartikel sind Parabene zu finden. Meistens als Konservierungsstoffe. Unter Parabene verstehen Chemiker eine Sammelbezeichnung für die spezielle Substanz „Paraben“ (4-Hydroxybenzoesäure) und die Verbindungen, die daraus hergestellt werden. Wie Benzoesäure auch, können Parabene Bakterien und mikroskopisch kleine Pilze abtöten. Fachleute nennen dies eine antimikrobielle und fungizide Wirkung.

Deshalb werden sie als Konservierungsstoffe eingesetzt. Damit will man die Haltbarkeit eines Produkts verlängern und die mikrobiologische Sicherheit gewährleisten. Parabene werden in Arzneimitteln, Kosmetika und Lebensmitteln verwendet. Auch im technischen Bereich nutzt man sie zur Konservierung zum Beispiel von Ölen, Fetten, Leimen und Schuhputzmitteln.

Parabene in Lebensmitteln

In Lebensmitteln dürfen nur wenige Parabene eingesetzt werden. Zu finden sind sie unter folgenden E-Nummern im Zutatenverzeichnis: E 214 (Ethylparaben), E 215 (Natriumethylparaben), E 218 (Methylparaben) und E 219 (Natriummethylparaben). Sie dürfen auch nicht für alle Lebensmittel verwendet werden und unterliegen Grenzwerten, denn sie können pseudoallergische Reaktionen auslösen. So kann E 215 zu Hautausschlägen, verschwommenem Sehen und Atembeschwerden führen.

Diese Reaktionen kennt man vor allem von empfindlichen Menschen sowie bei denjenigen, die bereits auf Aspirin und / oder Benzoesäure sensibilisiert sind oder unter Asthma leiden. Die Diagnose ist für diese Reaktionen schwierig. Auf Hauttests reagieren diese Patienten in der Regel nicht. Man versucht es, indem man die Substanzen weglässt und anschließend das verdächtige Paraben gezielt einsetzt. Bei Verdacht, sollte man zusammen mit einem Ernährungsberater eine pseudoallergenarme und parabenfreie Diät entwickeln.

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Parabene in Kosmetika

Vor allem in Kosmetika werden Parabene eingesetzt und dies bereits seit 80 Jahren. Zu finden sind sie zum Beispiel in Haarpflegeprodukten, Cremes, Lotionen, Make-Up, Lippenstiften, Rasierwässern und -cremes. Dafür sind einige Parabene zugelassen, für die Höchstkonzentrationen gelten. Meistens setzt man Methylparabene ein.

Da die Langzeitwirkung von Parabenen in Kosmetika bislang nicht ausreichend erforscht ist, möchte mancher Verbraucher darauf verzichten. Mittlerweile verwenden einige Hersteller keine Parabene mehr in ihren Produkten und tun dies auf der Verpackung auch deutlich kund. Ist das nicht der Fall, kann man anhand der Inhaltsstoffliste erkennen, ob die fraglichen Substanzen enthalten sind.

Per App prüfen, ob Parabene enthalten sind

Ob Parabene in Kosmetika enthalten sind, kann man auch mit einer App fürs Smartphone prüfen. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die App „ToxFox“ entwickelt. Darin sind mehr als 80.000 Körperpflegeprodukte mit ihren Inhaltsstoffen erfasst. Somit kann man gleich im Laden sehen, was zum Beispiel im Shampoo oder der Hautcreme enthalten ist.

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Hautreaktionen durch Parabene

Der Informationsverbund dermatologischer Kliniken (IVDK) meint, dass Parabene nur selten als Verursacher von Kontaktsensibilisierungen auf Kosmetika in Erscheinung treten. Die häufigsten Reaktionen findet man bei vorgeschädigter Haut etwa bei Hautekzemen, Schuppenflechte, Neurodermitis, offenen Geschwüren oder Nesselsucht. Ist die Haut gesund, seien allergische Reaktionen eher unwahrscheinlich.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sieht den generellen Ersatz von Parabenen in kosmetischen Mitteln nicht als sinnvoll an, weil viele der gegenwärtig verwendeten anderen Konservierungsstoffe – insbesondere auch ätherische Öle – ein höheres allergenes Potenzial haben. Nach Meinung des Instituts lässt sich aufgrund bisheriger Studienergebnisse auch kein ursächlicher Zusammenhang zwischen Parabenen und der Entstehung von Brustkrebs herstellen.

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