Wolfsrudel im Wald

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Janina Schuster | am

Emsland: 15 tote Schafe in Vrees

In Vrees im Emsland fand ein Landwirt und Schäfer am 9.12. zwei tote Schafe auf seiner Weide. Als er am nächsten Tag erneut nach den Tieren schaute, erhöhte sich die Anzahl auf 15 Tiere. Für ihn steht fest, dass es wieder Wölfe waren.

Die Gemeinde Vrees grenzt an den 3000 Hektar großen Eleonorenwald. Ein Jäger aus der Gemeinde vermutet in dem Wald schon länger ein Wolfsrudel. Die Wolfsrisse der vergangenen Jahre untermauern diese Vermutung. Nun kam es erneut zu einem Übergriff auf Weidetiere. Am Donnerstag, den 9. Dezember, fand Landwirt und Schäfer Wilhelm Büter zwei tote Schafe auf einer seiner Weiden.

Zwei Angriffe kurz hintereinander

Büter ist Legehennenhalter. Sein Hof dient auch als außerschulischer Lernort für Schulklassen. Eine der Klassen waren am Donnerstag vor Ort. „Als ich morgens in den Stall ging war es noch dunkel, kurz bevor die Klasse kam bin ich dann auf die Weide und habe die ersten zwei toten Tiere entdeckt“, erzählt Büter. Die Kinder konnte er vom Anblick der toten Tiere fernhalten.

Jäger erlöst schwer verletzte Schafe

Als Büter einen Tag später erneut auf die Weide kam, fand er weitere tote Schafe. Insgesamt hat der Landwirt, nach den zwei direkt aufeinander folgenden Angriffen, 15 tote Tiere zu beklagen. Nicht alle starben bei den Übergriffen selbst. Einige mussten vom Jäger erlöst werden. Ihre Verletzungen waren zu schwer, berichtet Büter.

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Wölfe überwanden Wolfszäune

Vor sechs Wochen erst starben vier seiner Tiere bei einem nun bestätigten Wolfsriss. Daraufhin traf Büter Sicherheitsvorkehrungen und baute Zäune, die die Wölfe abschrecken sollten. Neben einem 1,80 Meter hohen Zaun kam ein weiterer Elektrozaun in Höhe von 1,20 Metern innerhalb der Schafweiden. Auch einen Stall baute er. Das alles hielt die Wölfe jedoch nicht ab. Zu sehen ist das auch auf dem Video der Überwachungskamera. Dort ist ein Eindringling zu sehen, der für Büter „ganz klar ein Wolf“ ist. Das offizielle Ergebnis der Probennahme durch Wolfsberater Franz Lüsse wird in wenigen Wochen erwartet.
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Landwirt ärgert sich über „sinnloses Töten“

Büter ärgert vor allem eines: die Angreifer haben lediglich ein Tier tatsächlich gefressen. „Die restlichen Tiere wurden durch Bisse in die Kehlen getötet und liegengelassen. Würden sie sich nur zwei Tiere reißen und auch auffressen, dann wäre das nicht so schlimm“, meint der 42-Jährige. Es ist das „sinnlose Töten“, das ihn sauer macht. Der Landwirt geht davon aus, dass die Wölfe wiederkommen. Im angrenzenden Wald leben kaum noch Rehe und die Tiere haben Hunger. Eine Lösung hat Büter nicht. „Hunde kommen nicht in Frage, die sind sehr aggressiv und das passt nicht, wenn Kinder kommen und sich den Hof ansehen“, sagt er. Wie es mit der Schafhaltung für ihn weitergeht, weiß der Landwirt somit noch nicht.

Mit Material von noz
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