Hühner in Freilandhaltung
Janina Schuster | am

Emsland: Gesetze verhindern Tierwohl

Ein Wintergarten für die Hühner – das klingt nach mehr Platz und mehr Tierwohl. Familie Hemken aus Börger würde dies gern realisieren und scheitert an den Gesetzen.

Familie Hemken betreibt einen Maststall für Hühner im Kreis Emsland. Zwei Ställe haben sie dort und halten bis zu 30.000 Hühner in Haltungsstufe 3. Die Familie möchte gern Wintergärten anbauen, zum Wohle der Tiere. Dort hätten die Hühner nicht nur deutlich mehr Platz, sondern auch Beschäftigungsmöglichkeiten. Etwas, was in konventionellen Ställen normalerweise Luxus ist. Einen solch konventionellen Stall betreibt die Familie derzeit noch und möchte das gern ändern. Albert Henken steht mit Tochter Lena Kossen und ihrem Ehemann Martin inmitten der Stallanlagen und weiß genau, wie die Ställe aussehen sollen.

Vorteile des Umbaus überwiegen

Kossen erklärt, sie wolle diese zwei Ställe gern so umbauen und auf den Standard des acht Jahre alten Stalls im Außenbereich bringen. Doch baurechtliche Vorgaben lassen einen Umbau nicht zu. Kossen kann das nicht verstehen. Für sie liegen die Vorteile auf der Hand: "Die Tiere benötigen kaum noch Antibiotika", erklärt die junge Landwirtin. Mit 56 Tagen lebten die Hühner deutlich länger als herkömmliche Masthähnchen. Ein weiterer Pluspunkt: die Verluste im Stall seien sehr gering. Kossen wünscht sich eine Änderung im Baurecht der den Umbau der Ställe ermögliche.

Tiere aus besserer Haltung gehen bislang in die Niederlande

Obwohl sich das Platzangebot vergrößern würde, die Menge der Tiere bliebe gleich. Ganz im Gegenteil: "Im Vergleich zur konventionellen Haltung haben wir nur die Hälfte der Tiere im Stall", sagt Lena Kossen. Mit ihren Problemen wandte sie sich an die Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann von der CDU. Die gestand ein, dass eine Änderung der Gesetze für mehr Tierwohl in dieser Legislaturperiode gescheitert sei. Und damit auch die Möglichkeit für den Umbau der Ställe. Sie sicherte Kossen zu, sich weiter für ihre Belange einzusetzen. Derzeit gäbe es in Deutschland jedoch noch zu wenige Abnehmer für die teureren Produkte. Bislang gingen alle Tiere aus besserer Haltung an den niederländischen Markt. "In Deutschland haben der Einzelhandel und auch die Discounter angekündigt, Fleisch aus besserer Haltung abnehmen zu wollen", sagt Kossen. Derzeit sähe das jedoch noch anders aus. Wenn es um ausländische Produkte auf dem deutschen Markt gehe, da ist sie sich mit Connemann einig, müsse für alle Waren gleiche Standards gelten.

Mit Material von NOZ
2021-06-28_154658 (1).jpg
Produkte entdecken

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✓ Artikel merken und teilen

✓ exklusiv: Video und Audio

✓ Familienzugang

✓ 1 Tag früher informiert

Digitale Ausgabe

✓ Artikel merken und teilen
✓ exklusiv: Video und Audio
✓ Familienzugang
✓ 1 Tag früher informiert
 
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • Die Zuckerrübenernte ist gestartet!
  • Vorstellung der Waldstrategie 2050
  • Kartoffelfeldtag in Dorstadt: Anbauverfahren und Pflanztechnik
  • Digitalisierung im Kuhstall

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen