Große Linde in Heede
Christel Grommel | am

Emsland: Nationalerbe-Baum bekommt Pflege

Seit Oktober 2019 hat die Heeder Linde im Emsland die Auszeichnung Nationalerbe. Die Linde ist damit der erste Nationalerbe-Baum. Nun hat sie vom Experten einen neuen Schnitt erhalten.

Auf zwischen 600 und 800 Jahre schätzen die Experten das Alter der Linde, der Stammumfang misst ungefähr 17 Meter: Die "Heeder Linde" ist einfach nur beeindruckend. 

Die Initiative der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft möchte deutschlandweit Bäume wie die Linde in Heede als Natur- und Kulturdenkmale erhalten. Das sagte der Forstbotaniker Andreas Roloff. An der alten Linde waren nun aus Sicherheitsgründen Baumschnittarbeiten notwendig. 

Älter als der Kölner Dom

Aus dem mächtigen Stamm der Linde sind im Lauf der Jahrhunderte acht weitere Junior-Stämme entwachsen. Roloff, der sich in die Dorflinde verliebt hat, bezeichnet diese als "Stämmlinge".

Jetzt mussten Fachleute ran, um einige Äste zu kürzen und die Kronen der Stämmlinge zu sichern, damit diese nicht auseinandergehen. Baumpflegefachmann Jürgen Unger führte die Arbeiten zusammen mit seinen Mitarbeitern aus. Auch er ist schwer beeindruckt von dem mächtigen Baum: "So einen Baum habe ich noch nie gesehen."

Das Alter der Linde lasse sich nicht klar bestimmen, aber anhand von zeitgeschichtlichen Dokumenten etwas eingrenzen. Der Baum sei laut Roloff älter als der Kölner Dom und viele Burgen und Schlösser. Der Beiname "1.000-jährige Linde", der im Emsland oft verwendet wird, könnte stimmen. Unger empfinde Ehrfurcht vor dem Baum.

Dickster Vollholzbaum in Deutschland

Die "Dicke Linde" ist der dickste Vollholzbaum Deutschlands, vielleicht sogar Europas. Bei einem Vollholzbaum besteht der Stamm überwiegend noch aus Holz. Bei vielen sehr alten Bäumen sei der Stamm inzwischen ausgehöhlt, wie etwa bei der "Queen Elizabeth´s"-Eiche in England. Sie ist mit 14 Metern Umfang etwas schlanker als die Heeder Linde. 

Seit letztem Herbst werden besondere Charakterbäume in Deutschland von der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft zu Nationalerbe-Bäumen auserkoren. 100 soll es insgesamt geben - die Heeder Linde war die erste. In Deutschland gebe es laut Roloff zu wenige uralte Bäume, was er der Sicherheitsorientierung der Deutschen zuschreibt. Bäume würden daher zu sehr beschnitten und gestutzt. "Wir wollen die Bäume in Würde altern lassen", sagt er. 

Mit Material von dpa

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