Ein Tiertransport mit Rindern.
Ellen Hartmann | am

Emsland: Otte-Kinast untersagt Tiertransport nach Marokko

Erneut hat Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast einen Tiertransport von rund 528 Zuchtrindern aus dem Emsland nach Marokko verboten.

"Meine Haltung zu dem Thema Tiertransporte ist klar: Aus Niedersachsen soll kein Transport mit tragenden Kühen in unsichere Drittstaaten gehen", so Barbara Otte-Kinast. "Deshalb habe ich den Landkreis angewiesen, dass der für den 25. Mai geplante Transport nach Marokko nicht abgefertigt wird."

Die Begründung:

Der Stopp des Transports wird in dem Erlass damit begründet, so weitere tierschutzrechtliche Verstöße verhindern zu wollen. "Aufgrund der geografischen sowie klimatischen Verhältnisse in Marokko und der insbesondere damit einhergehenden landwirtschaftlichen Strukturen ist davon auszugehen, dass die deutschen Rinder, die auf Hochmilchleistung gezüchtet sind, dort nicht entsprechend dem nationalen Tierschutzstandard gehalten werden können", heißt es weiter von der Ministerin.

Rinderrtransport verstößt gegen Tierschutzrecht

Laut § 2 des Tierschutzgesetzes gilt, dass von Menschen gehaltene Tiere angemessen ernährt, gepflegt und untergebracht werden müssen. Zudem enthalten die "Niedersächsischen Tierschutzleitlinien zur Milchkuhhaltung" weitere konkrete Anforderungen bezüglich der Bedürfnisse der Rinder – auch konkret für die Rasse Deutsche Holstein.  Weiter heißt es vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, dass im Falle des Tiertransportes nach Marokko damit zu rechnen sei, dass die meisten Rinder betäubungslos geschlachtet werden könnten. Dies ist in Marokko erlaubt und nicht mit dem national geltenden Tierschutzrecht vereinbar.

Verwaltungsgericht kippte letzten Erlass

Erst Anfang Mai hatte Niedersachsen einen Transport von 270 Rindern aus Aurich nach Marokko verboten, doch hier kippte das Verwaltungsgericht Oldenburg den damaligen Erlass. Dennoch sei es Ministerin Otte-Kinast "außerordentlich wichtig", erneut auf das Tierwohl aufmerksam zu machen und EU und Bund aufzufordern, etwas zu ändern: "Wir brauchen national und auf EU-Ebene eine Liste der Drittländer, in die keine Lebendtiertransporte mehr erfolgen dürfen."

Mit Material von Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
imago0084376474h (1).jpg
Produkte entdecken

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✓ Artikel merken und teilen

✓ exklusiv: Video und Audio

✓ Familienzugang

✓ 1 Tag früher informiert

Digitale Ausgabe

✓ Artikel merken und teilen
✓ exklusiv: Video und Audio
✓ Familienzugang
✓ 1 Tag früher informiert
 
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • Pflanzenbau: Ökomais - Pilze steigern den Ertrag
  • Technik: Rechnet sich der Ladewagen?
  • Tierhaltung: Außenklimaställe als Zukunftsmodell in der Schweinehaltung

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen