Dicht gedrängte Schweine im Stall

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Christel Grommel | am

Emsland: Politik verhandelt wegen Schweinestau

Die Situation bei den Schweinehaltern ist aufgrund des Schweinestaus dramatisch. Julia Klöckner wies Arbeitsminister Heil auf die Lage hin und forderte flexiblere Arbeitszeiten zur Lösung des Staus.

Die Landwirtschaftsministerin habe in ihrem Schreiben an Bundesarbeitsminister Hubertus Heil explizit auf den eingeschränkten Schlachtbetrieb bei Tönnies in Rheda und Sögel sowie bei Vion in Emstek hingewiesen, wo derzeit wöchentlich ca. 120.000 Schlachtungen fehlen. Sie appellierte an Heil, sich bei den Arbeitsministern von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen für flexibleres Vorgehen bei den Arbeitszeiten von Mitarbeitern in Schlachthöfen einzusetzen. Dies sei kurzfristig nötig, ohne dabei den Arbeits- und Gesundheitsschutz der Mitarbeiter zu gefährden.

Es drohe sonst die Gefahr von Tierschutzproblemen in den Schweineställen, sollte sich an dieser Situation nichts ändern. Bis Jahresende wäre ansonsten mit einem Schlachtstau von ca. 1 bis 1,2 Millionen Schweinen zu rechnen.

Politischer Streit um Fleischindustrie

Im Emsland greifen Gewerkschafsvertreter die Bundestagsabgeordnete Connemann an. 

Hintergrund sind Aussagen der Abgeordneten zum von Arbeitsminister Heil vorangetriebenen Arbeitsschutzkontrollgesetz, dessen Verabschiedung verschoben wurde. In der Union gebe es noch Gesprächsbedarf bezüglich der Zeitarbeit.

Gewerkschafter kritisierten den Gesetzentwurf, vor allem aber die Aussage Connemanns zur Notwendigkeit von Zeitarbeitern, mit denen Unternehmen bei Bedarf "die Arbeitskapazitäten ausweiten" dürfen müssten. 

DGB-Vorsitzende hatten dies als fadenscheinig kritisiert und in einer Pressemitteilung geäußert, dass es nur um Lohn- und Sozialdumping gehe. Der Vorsitzende des DGB-Kreisverbandes Nördliches Emsland kritisierte die Arbeitsquarantäne im Schlachthof in Sögel und zeigte kein Verständnis für die Verschiebung der Abstimmung für das Gesetz.

CDU-Kreisvorsitzender Wigbers äußerte Kritik am Kooperationsverbot, das untersagt, dass Produkte aus einem Schlachthof nicht in anderen Betrieben weiterverarbeitet werden dürfen.

Emsteker Schlachthof fährt wieder hoch

Die Schichten in Emstek werden wieder erweitert und die "Kapazitäten kontrolliert wieder hochgefahren".

Weidemark in Sögel liegt nach eigenen Angaben wieder bei etwas mehr als 50 Prozent. Ausnahmegenehmigungen für Sonntage und den Reformationstag am 31. Oktober seien beantragt. "Das Land Niedersachsen hat der Zerlegung, nicht aber der Schlachtung an Sonntagen auch zugestimmt", sagte der Kreissprecher.

Auch die Böseler Goldschmaus Gruppe mit Sitz in Garrel stellte einen Antrag auf Sonntagsarbeit. 

Die Hauptgeschäftsführerin des Verbandes der Fleischwirtschaft, Heike Harstick, erklärte, dass die Erlaubnis von Schlachtungen an Sonn- und Feiertagen kaum etwas bewirke würde. Der Arbeitsmarkt würde eine Ausweitung des Schlachtbetriebs nicht ohne weiteres hergeben. Helfen würde nach ihrer Ansicht, wenn der Betrieb bei drei großen Schlachthöfen, die derzeit coronabedingt nur eingeschränkt tätig sind, wieder vollumfänglich möglich wäre: Tönnies in Rheda-Wiedenbrück, Weidemark in Sögel und Vion in Emstek. Pro Woche könnten dann laut ISN 100.000 bis 120.000 Tiere mehr geschlachtet werden.

Mit Material von ISN, noz, om online

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