Warnschild Wolf im Emsland

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Christel Grommel | am

Emsland: Schilder mit "Vorsicht Wolf" aufgehängt (aktual.)

"Vorsicht! Hier ist ein Wolfsgebiet!" steht auf den Schildern. Diese sorgen für Ärger: Beim Umweltministerium ist man überrascht über die Schilder, eine Gemeinde will die Urheber finden.

Jäger haben die Schilder aufgrund der zunehmenden Zahl an Wölfen im Emsland aufgehängt. Auf signalrotem Hintergrund wird vor dem "Wolfsgebiet" gewarnt. Darunter gibt es auf dem Schild Verhaltenstipps: Man solle Hunde an der Leine führen, Kinder an der Hand halten und nicht allein joggen oder wandern. 

Zudem wird richtiges Verhalten bei einer tatsächlichen Begegnung mit dem Wolf nahegelegt: Keine Flucht, sondern lautes Klatschen und den Wolfsberater informieren.

So ein Schild hängt beispielsweise bei einem Zeltplatz in der Samtgemeinde Sögel, wo im Sommer Kinder- und Jugendgruppen campieren, und in Neubörger.

Bürgermeister kritisiert die Schilder

Die örtliche Jagdgemeinschaft teilte mit, dass mit den Schildern auf die Problematik mit Wölfen hingewiesen werden solle. 

Ulrich Müller, der Bürgermeister von Neubörger, wolle zwar seine Gemeinde vor dem Wolf schützen, sei aber gegen die Schilder. "Wir werden alles daran setzen, mit dem Wolf vernünftig umzugehen", so Müller. Die Gemeinde wolle die Personen dahinter finden und die Schilder wieder abhängen.

"Wir müssen mit dem Wolf leben", betonte Müller.  Er sei dennoch besorgt um Kinder und Spaziergänger mit Hunden. Dass die Tiere ins Gebiet des Menschen eindringen würden, habe im Emsland in den letzten Jahren zugenommen.

Beim Umweltministerium Niedersachsen seien die Schilder nicht bekannt. Auch nicht alle Maßnahmen gehörten zu den empfohlenen Verhaltensregeln. Beispielsweise müsse ein Hund im Wolfsgebiet nur auf Zuruf gehorchen, mit Ausnahme der Leinenpflicht von April bis Mitte Juli. Dies müsse aber jeder selbst entscheiden. 

Kritik aus der Jägerschaft

Nach Angaben der Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) ist weiter unklar, wer die Warnschilder aufgehängt hat. "Die Schilder dienen oft unterschiedlichen Zwecken, aber an der Realität gehen sie vorbei", sagte der LJN-Wolfsbeauftragte, Raoul Reding. Es sei nicht das erste Mal, dass Unbekannte derartige Warnungen auf diesem Wege verbreiten.

Verbandspräsident Helmut Dammann-Tamke äußerte Kritik. Er fände es in Ordnung, auf Wolfsgebiete hinzuweisen. Angst zu schüren, solle aber unbedingt vermieden werden. "In diesem Fall ist über das Ziel hinausgeschossen worden. Aber man soll auch nicht so tun, als wenn die Rückkehr des Wolfes in Deutschland unproblematisch läuft", so Dammann-Tamke weiter.

In der Landesjägerschaft, die 55.000 Mitglieder zählt, sind die Meinungen zum Wolf unterschiedlich. In der betreffenden Kreisjägerschaft Aschendorf-Hümmling stoßen die Schilder auf Kritik. Der Vorstand distanzierte sich von der Aktion: Das sei nicht abgesprochen, sondern eine Aktion einzelner Jäger. 

Mit Material von NDR, dpa
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