Ein Wolf.
Ellen Hartmann | am

Emsland: Trächtige Kuh vermutlich von Wölfen gerissen

Vermutlich waren es Wölfe, die in Wippingen im Emsland eine rund 800 Kilogramm schwere Kuh getötet haben. Auch der zuständige Wolfsberater ist über diesen Wolfsriss erstaunt.

Meldungen von Schafsrissen seien keine Seltenheit mehr, doch der Riss einer Kuh schon, so der zuständige Wolfsberater. Er habe den Riss bereits dokumentiert, allerdings seien noch nicht alle Spuren ausgewertet worden. Jedoch gehe er in diesem Fall stark von einem Übergriff mehrerer Wölfe aus. "Wir haben hier im erweiterten Emsland vier Rudel", erklärte er.

Unklar bleibt, wie die Kuh angegriffen wurde

Dass Wölfe so große Tiere wie Kühe oder Pferde angreifen würden, sei sehr ungewöhnlich, so der Wolfsberater weiter. Unklar sei daher auch noch, wie diese Kuh angegriffen worden sei. Der Wolfsberater gehe derzeit davon aus, dass die Kuh auf dem Boden gelegen habe und damit nicht so wehrhaft wie üblich gewesen sei. In der Nähe eines Bundeswehrübungsgeländes unweit von Meppen seien kürzlich erst zwei Wölfe gesehen worden. "Ob die das waren, kann man natürlich nicht sagen, aber es liegt nahe", sagt der Berater. 

Was war passiert?

Nach Informationen des NDR habe der betroffene Landwirt das trächtige, tote Tier auf der Weide direkt neben seinem Haus entdeckt – nur 20 Meter vom Haus und zehn Meter vom Spielplatz seiner Kinder entfernt. Damit habe die Kuh beinahe unter seinem Schlafzimmerfenster gelegen, heißt es weiter. Auch Wippingens Bürgermeister Hermann Gerdes mache sich aufgrund der zahlreichen Wolfssichtungen rund um die Gemeinde Sorgen. Oft würden Wölfe auch bei Tag gesichtet werden, einmal sogar unweit vom Sportplatz. Mittlerweile würden sich viele Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner um ihre Kinder sorgen.

Wippingen fordert Wolfsabschuss

Aus diesem Grund habe sich die Gemeinde dazu entschlossen, beim niedersächsischen Umweltministerium den Abschuss der Raubtiere zu beantragen. "Durch den Vorfall ist offensichtlich geworden, dass es sich hier um Problemwölfe handelt, die die Scheu vor den Menschen verloren haben", so Bürgermeister Gerdes. Unterstützung erhält er dabei vom emsländischen Landvolk.

Mit Material von dpa und NDR
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