Wolf

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Jan-Gerd Ahlers | am

Emsland: Wolf reißt Schafe in Meppen trotz aufwendiger Einzäunung

Ein Wolf hat am Versener Heidesee bei Meppen zwei Schafe und eine Ziege gerissen - und das trotz aufwendiger Einzäunung.

ghtn

Ein Wolf hat am Versener Heidesee bei Meppen zwei Schafe und eine Ziege gerissen. Der Fall ist heikel, denn der Naturschutzverein Land Unter e.V. hatte die 40 Hektar große Fläche nach wolfsabweisendem Standard gesichert.

Das teilte der Verein jetzt in einer Erklärung mit. Demnach hat sich der Fall bereits am 7. September ereignet, der seit mehr als 20 Jahren in der Landschaftspflege tätige Verein wollte aber vor einer Veröffentlichung sichergehen, dass es sich beim Verursacher tatsächlich um einen Wolf und nicht um einen wildernden Hund handelte. Der Verdacht habe sich nun aber anhand von Genproben bestätigt, die Wolfsberater Gerd Hopmann am Tag des Übergriffs an zwei verletzten und einem getöteten Tier genommen hatte.

Weiteres Ergebnis: Der Wolf konnte identifiziert werden und hat schon zuvor zwei Mal Nutztiere gerissen. Laut Landesjägerschaft Niedersachsen hatte das männliche Tier zuvor unter anderem im Juni in Bösel nördlich von Werlte ebenfalls mehrere Schafe getötet. Diese waren dem Vernehmen nach nicht durch einen ausreichenden Zaun geschützt.
 

Überwindung des Zauns rätselhaft

Der Mitteilung des Vereins Land Unter zufolge hatte der Wolf in der Nacht auf den 7. September die erst 2017 am Versener Heidesee errichtete Zaunanlage überwunden – und das obwohl sie den geforderten wolfsabweisenden Standard des Landes Niedersachsen bei weitem übertreffe.

So besteht der 1,40 Meter hohe Zaun aus sechs parallel angeordneten Litzen, die durch das stärkste derzeit am Markt erhältliche Weidezaungerät gespeist wird. Eine Fernüberwachung per SMS-Modul stellt sicher, dass ein Stromausfall oder ein Zaundefekt bemerkt worden wären.

Da der Wolf den elektrifizierten Zaun nicht untergraben habe, stehe man weitgehend vor einem Rätsel. Eventuell sei der Wolf gesprungen, auch wenn offizielle Stellen dies für unwahrscheinlich hielten. Zwei Mitarbeiterinnen des Wolfsbüros des Landes Niedersachsen hätten den Zaun wenige Tage nach dem Übergriff auf Schwachstellen untersucht und keine gefunden.

Mit Material von Tobias Böckermann (Foto)

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