Ein Rehkitz
Ellen Hartmann | am

Emsland: Wolfsangriff bei totem Rehkitz vermutet

Direkt vor dem 3D-Bogenpark in Surwold im Emsland hat ein Jäger am Wochenende die Überreste eines Rehkitzes gefunden. Einen Wolfsangriff will der zuständige Wolfsberater allerdings nicht bejahen.

Bereits am Sonntag (6. Juni) hatte der Jäger Wilhelm Schwarte die Hinterläufe des Rehkitzes entdeckt, berichtete er der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ). Er gehe davon aus, dass die vordere Hälfte des Tieres vor Ort gefressen oder mitgenommen wurde. Zwar habe er keine Wolfsspuren gefunden, doch er gehe davon aus, dass ein Wolf im Feriengebiet unterwegs sei.

Keine DNA-Probe entnommen

"Solch scharfkantige Bissspuren können nicht vom Fuchs oder Dachs kommen", so Schwarte gegenüber der NOZ. Der zuständige Wolfsberater Walter Behr möchte das aber nicht bestätigen, seiner Aussage zufolge sei der Fall noch offen. Der Täter könne auch ein anders Tier gewesen sein, aber er habe das Wolfsbüro über den Fall informiert. Das Kitz habe er vor Ort nicht begutachtet und DNA-Proben seien nicht genommen worden, heißt es.

Jäger hat Wolf vom Hochsitz aus gesehen

Schwarte gehe jedoch weiter davon aus, dass ein Wolf das Rehkitzes gerissen habe. Denn gerade in der Samtgemeinde Nordhümmling würde sich das Raubtier ausbreiten, das sei laut Schwarte offensichtlich. Schon vor einigen Wochen habe es in der Nähe von Surwold, am Querkanal, einen Wolfsriss gegeben. Hier sei ein trächtiges Reh gefunden worden. Laut Schwarte sei der Wolf morgens gestört worden und habe sich nicht sattfressen können. Daraufhin habe sich der Jäger auf einem Hochsitz auf die Lauer gelegt und tatsächlich gegen 23 Uhr abends einen Wolf entdeckt – in der Nähe des toten Rehs.

Bürgermeisterin startet Aufruf

Auch Surwolds Bürgermeisterin Andrea Schmidt macht sich Sorgen. Am Sonntag habe sie in den sozialen Netzwerken einen Aufruf gestartet, nachdem sie über die Angelegenheit informiert worden sei. "Ich möchte damit keine Angst schüren, aber den Vorfall auch nicht verharmlosen", so die Bürgermeisterin. Wer einen Wolf sehe oder gesehen habe, solle sich deshalb an die Gemeinde Surwold wenden.    

Mit Material von NOZ
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