Eine Jägerin geht zu ihrem Ansitz im Wald
Carl Hesebeck | am

Warum einen Jagdschein machen?

Wer in Deutschland einen Jagdschein erlangen möchte, muss eine umfangreiche Prüfung ablegen. Doch warum machen Menschen überhaupt einen Jagdschein? Hier gibt´s die Antworten.

Für die angehenden Jagdscheininhaber aus der ganzen Grafschaft Bentheim und Teilen des angrenzenden Emslandes war die mündlich-praktische Prüfung die letzte Station im „Grünen Abitur“. Im Vorfeld waren bereits der Schriftteil und die Schießprüfung mit Büchse und Flinte zu meistern. „Wie in der schriftlichen Prüfung erwarten die angehenden Jäger und Jägerinnen hier Fragen aus allen fünf Fachgebieten“, erklärt Kreisjägermeister Albert Lucas, der der Prüfungskommission vorsteht.

Wissen übers Jagdrecht und Brauchtum

Die fünf Fachgebiete befassen sich mit jagdbarem Wild und anderen Tieren, Jagdwaffen und Fanggeräten, Naturschutz, Hege und Jagdbetrieb, der Behandlung des erlegten Wildes, Wildkrankheiten, Jagdhundewesen und jagdlichem Brauchtum sowie dem Jagdrecht und verwandten Rechtsgebieten. In Kombination ein sehr anspruchsvoller Stoff. 

Jagdsignale erkennen

Vor den eigentlichen mündlichen Prüfungen war Hans-Gerd Grundmann bereits mit seinem Jagdhorn auf einen Hochsitz gestiegen, um von dort fünf Jagdsignale zu spielen – drei davon mussten die Prüflinge richtig zuordnen und auf einem Zettel notieren.

Zeit in der Natur verbringen

Für die Prüflinge bedeutet die Jagd auch Zeit in und mit der Natur und ein Sprung aus dem Alltag. Nicht wenige finden gefallen daran, zu wissen, woher das Stück Fleisch auf dem Teller stammt – im Idealfall nämlich vom letzten Ansitz im Jagdrevier. Dabei geht es aber auch um die Schaffung und Bewahrung von Lebensräumen für das Wild, etwa in Form von Wallhecken und Streuobstwiesen. Mit der Arbeitsgemeinschaft „Junge Jäger“ der Kreisjägerschaft Grafschaft Bentheim gibt es wie andernorts in Niedersachsen viele Möglichkeiten, sich in die Jagd im Landkreis einzubringen und Kontakt zu jungen Jägern zu knüpfen.

Drei Gründe für einen Jagdschein

Gero Schlagelambers aus Nordhorn: „Jagd bedeutet für mich vor allem Naturverbundenheit, Hege und Pflege sind mir deshalb wichtig. Ich will etwas für die Natur und das Wild machen, zum Beispiel mit der Anlage von Wildäckern. Meine Familie ist auch schon jagdlich aktiv.“ 

Aron Reinhart aus Nordhorn: „Ich finde es spannend, das älteste Handwerk der Menschheit zu lernen und zu den Wurzeln zurückzukehren. Durch die Jagd lernt man die Natur besser kennen und verstehen.“

Jana Raterink aus Klausheide: „Mein Mann hat seinen Jagdschein vor zwei Jahren gemacht, bei der Jagd können wir gemeinsam Zeit verbringen. Ich koche gerne und will dafür dann auch gerne das eigene Wildbret verwenden“.

Die gesamten Artikel lesen Sie in der aktuellen LAND & FORST, Ausgabe 23/2020 und in der digitalen Ausgabe

Inhalte der Ausgabe

  • Agrarpolitik: Zukunft der Fleischindustrie
  • Geld und Recht: Vorsorgeleistungen bei Hofübergabe vertraglich klar regeln
  • Pflanzenbau: Zwischenfrüchte zur Futternutzung
  • Technik: Vergleich zwischen Rad- und Teleskoplader
  • Forstwirtschaft Steuerhilfen in Krisensituationen
  • Leben auf dem Land: Schmiede-kunst im ostfriesischen Werdum

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