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Meinung | Christa Diekmann-Lenartz | am

Sauenhaltung: Noch gibt es keinen Beerdigungskaffee!

Gerade kommt es sehr dick und von allen Seiten für die Schweinehalter, vor allem für die Sauenhalter.

Sauenhalter stehen am Ende der Kette und mit dem Rücken zur Wand. Wenn es in den Mastställen Stau gibt wegen fehlender Schlachtkapazitäten infolge Corona, wird das auch bei den Ferkelerzeugern ankommen. Die Ferkelpreise sind bereits gesunken. Anfang kommenden Jahres dürfen Ferkel in Deutschland nicht mehr betäubungslos kastriert werden. Noch längst nicht alle Ferkelerzeuger wissen, welche Lösung es für sie geben kann. Die Abnehmer halten sich nach wie vor bedeckt.

Neue Vorgaben für die Sauenhaltung

Neben den Diskussionen um Tierwohlkennzeichnung, Nährstoffüberschüssen und um Fleischverzicht gibt es seit vergangenem Freitag mit der Bundesratsentscheidung nun neue, sehr konkrete Vorgaben für die künftige Sauenhaltung. Es sind Vorgaben, deren Umsetzung jeden Betrieb sehr viel Geld kosten wird und, was für viele noch schwerer wiegt, zum Teil sind es Vorgaben, bei denen die Fachlichkeit wohl auf der Strecke geblieben ist.

Zum Aufgeben zu früh

Es ist also mehr als verständlich, dass die Sauenhalter enttäuscht und mürbe sind und dass in den sozialen Netzwerken Todesanzeigen für die deutsche Ferkelerzeugung kursieren. Aber für den Beerdigungskaffee ist es noch zu früh!

Noch fehlt die Ausgestaltung

Denn ob es in Zukunft bei uns noch eine wirtschaftlich tragfähige Sauenhaltung geben wird, wird erst durch die Ausgestaltung der Bundesratsbeschlüsse entschieden. Der Bundesrat hat das Gerüst geliefert, es muss jetzt so schnell wie möglich ausgefüllt werden. Bund und Länder sind hier gefordert und müssen zeigen, dass sie es ernst meinen mit der Unterstützung einer umzugestaltenden Tierhaltung.

Die Arbeit fängt jetzt erst an

Das fängt bei der Baugesetzgebung an, umfasst die Förderung und betrifft auch wichtige Details zur Haltung, die noch nicht eindeutig formuliert sind. Ebenso muss der Verbraucher mit ins Boot geholt werden, auch er muss die höheren Kosten akzeptieren und mittragen. Die eigentliche Arbeit fängt jetzt erst an. Warten wir mit dem Beerdigungskaffee also noch ab.

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