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Birgit Greuner | am

ENNI: Niedersachsens Landvolk kritisiert rückwirkende Bedarfsmeldung

Das Internet-Portal „ENNI“, die elektronische Nährstoffmeldung Niedersachsen, ist noch nicht am Start. Doch schon gibt es Ärger.

In Niedersachsen regt sich Ärger über die elektronische Nährstoffmeldung. Rückwirkend sollen auch die in den vergangenen Monaten erstellten Düngebedarfsberechnungen über „ENNI“ gemeldet werden. Heftige Kritik daran äußert das Landvolk Niedersachsen unisono mit Beratungsorganisationen.

Ein kurzer Rückblick: Niedersachsens Landwirte müssen Nährstoffvergleich und Düngebedarfsermittlungen nach einem Beschluss des Landes elektronisch melden. Die Meldepflicht ist am 2. Oktober in Kraft getreten. Für die Datenerfassung stellt die LWK im Auftrag des Landes das entsprechende Programm ENNI kostenlos bereit.

Die Meldefrist wurde vom Ministerium auf den 31. Mai 2020 festgesetzt. Die LWK hofft, rechtzeitig elektronische Schnittstellen zur direkten Datenübertragung aus der Beratersoftware zur Verfügung stellen zu können. Dies müsste vor Ablauf der Meldefrist geschehen.

Dokumente nicht automatisiert verarbeitet

Die Kritiker ärgert folgende Tatsache: Dokumentationen auf Papier oder in einfachen Computerprogrammen können nicht automatisiert verarbeitet werden. Das war den Landwirten aber von verschiedenen Anbietern, so auch der LWK, vor wenigen Monaten noch als Hilfestellung für die Berechnung angeboten worden.

Die Folge ist, dass mehrere Tausend Betriebe die Einzeldaten aus ihren bereits dokumentierten Düngebedarfsermittlungen für zehntausende von Acker- und Grünlandschlägen per Hand nochmals in „ENNI“ eintragen müssen.

Das Landvolk bleibt bei seiner Forderung: Das Landwirtschaftsministerium in Hannover muss die rückwirkende elektronische Meldepflicht für die Düngebedarfsermittlungen aus der Zeit vom 1. Juli 2018 bis 30. September 2019 sofort rückgängig machen. So hatte es der Verband bereits in der Stellungnahme zum Entwurf der ENNI-Verordnung formuliert.

Berater landesweit geschult

Aktuell laufen landesweit Beraterschulungen der LWK Niedersachsen für die Bedienung des Internet-Meldeportals mit dem Kürzel „ENNI“. Nach Abschluss dieser Termine erhalten alle geschätzt 30.000 Betriebe, die nach den Daten im System meldepflichtig sein müssten, von der Düngebehörde ein Schreiben mit den Zugangsdaten. So werden sie direkt über ihre Meldepflicht informiert.

Mit Material von Landvolk Pressedienst
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