Erntedank
Meinung | Gastkommentar von Gerhard Schwetje, Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen | am

Erntedank: Wenn Wertschätzung auf fruchtbaren Boden fällt

Jedes Mal ist es wieder ein kleines Wunder. Wenn das Getreide gedroschen, die Kartoffeln gerodet, die Äpfel gepflückt und eingelagert sind, dann haben Landwirtinnen und Landwirte wieder einen guten Job gemacht.

Die Ernte einzubringen, die nicht weniger ist als unsere Ernährungsgrundlage, war wohl zu keiner Zeit einfach. Deshalb hat der uralte Brauch des Erntedanks immer noch seine Berechtigung.

Dank moderner Landtechnik geht die Arbeit heute körperlich leichter von der Hand als zu Zeiten früherer Generationen. Aber mit der Produktivität steigt auch die Verantwortung: Für immer mehr Menschen ist ein einziger Ackerbauer und eine einzige Tierhalterin der Ernährer und die Ernährerin.

Gerhard-Schwetje

Zunehmende Auswirkungen des Klimawandels, zunehmender Einfluss von Düngeverordnung und Vorgaben für den Pflanzenschutz, zunehmende kritische Beobachtung durch Verbraucherinnen und Verbraucher:
Schauen wir uns die Bedingungen an, unter denen Betriebe aktuell ihre Arbeit machen, stellen wir fest, wie wichtig ein gesellschaftlicher Konsens darüber ist, was die Landwirtinnen und Landwirte tun.

Gegenseitige Wertschätzung

Gegenseitige Wertschätzung zwischen Akteurinnen und Akteuren aus Gesellschaft, Politik und Landwirtschaft sowie die Wertschätzung jedes Einzelnen für die erzeugten Lebensmittel sind die entscheidende Grundlage. Und hierbei geht es nicht nur um die Frauen und Männer, die Obst, Gemüse und Getreide erzeugen, das an einem schönen Herbsttag eine Kirche ziert. Es geht auch um die Menschen, die jeden Tag dafür sorgen, dass aus Kälbern und Ferkeln gesunde Rinder und Mastschweine werden.

Es fängt im Kleinen an

Diese Wertschätzung für landwirtschaftliche Arbeit fängt schon im Kleinen an – in jedem Haushalt, in dem darauf geachtet wird, wo die Lebensmittel herkommen. In jedem Haushalt, in dem niemand hungrig einkaufen geht und deswegen zu viel oder das Falsche in den Einkaufswagen packt. In jedem Haushalt, in dem darauf geachtet wird, dass Reste verwertet und keine Lebensmittel verschwendet werden.

Jeder kann etwas beitragen

Die gerade zu Ende gegangene Aktionswoche „Deutschland rettet Lebensmittel“ sowie das Ernteprojekt Gelbes Band – hier darf kostenlos und ohne Rücksprache Obst geerntet werden – zeigen, dass jede und jeder einzelne mit überschaubarem Aufwand etwas dazu beitragen kann, dass das Bewusstsein für die Arbeit in der Landwirtschaft endlich die Achtung und Wertschätzung erfährt, die angemessen ist.

Botschaften der gegenseitigen Wertschätzung

Ausdrücklich ist hier die Arbeit der Schweinehalterinnen und Schweinehalter gemeint, die angesichts ruinöser Erzeugerpreise aktuell um das Überleben ihrer Betriebe kämpfen.

Wenn diese Botschaften der gegenseitigen Wertschätzung und der Wertschätzung für Lebensmittel endlich bei noch mehr Menschen als bisher auf fruchtbaren Boden fallen, dann ist ein wesentlicher Gedanke des Erntedanks erfüllt.

 

Inhalte der Ausgabe

  • In fünf Schritten zum Ökolandbau - eine Praxisanleitung
  • Sonnenblumenanbau: Tierfutter, Insektenrettung und ein schöner Anblick
  • Wie war es auf der Maschinenvorführung in Hausstette?
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