Kuh während des Hochwassers auf einer Weide
Janina Schuster | am

Flutkatastrophe: Landwirte agieren solidarisch

Die Welle der Hilfsbereitschaft unter den Landwirten konnte größer nicht sein. Nach der Flutkatastrophe in West- und Süddeutschland begann das Aufräumen. Auch Niedersachsens Landwirte packten mit an.

In vielen Ortschaften in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hinterließen die Unwetter im Juli 2021 verheerende Schäden. Nicht wenige Dorfbewohner verloren ihr gesamtes Hab und Gut in den Fluten. Das hat tiefe Spuren bei den Betroffenen hinterlassen. Bei den Aufräumarbeiten wurden sie tatkräftig von ortsansässigen Landwirten unterstützt. Diese stellten unter anderem ihre landwirtschaftlichen Maschinen zur Verfügung, um die teilweise komplett zerstörte Infrastruktur wieder herzustellen. Innerhalb weniger Tage folgten dem Credo „Nicht lang schnacken, einfach machen“ auch zahlreiche Landwirtinnen und Landwirte aus Niedersachsen. Sie und die Kreislandvolkverbände unterstützten die in Not geratene Bevölkerung und Berufskollegen. Denn auch diese hatten teils tragische Verluste zu beklagen.

Dramatisches Ausmaß auf landwirtschaftlichen Betrieben

Das Hochwasser überspülte ganze Felder, ließ Weidevieh ertrinken, flutete das Getreide und vernichtete den Ernteaufwuchs. Die Schäden für Kartoffeln, Gemüse und andere Kulturen sind laut Landvolk Pressedienst noch nicht absehbar. Die ansässigen Landwirte helfen unermüdlich bei den Aufräumarbeiten, bangen jedoch selbst um ihre Existenz. Bis zu 2.500 landwirtschaftliche Betriebe sollen in Nordrhein-Westfalen von der Hochwasserkatastrophe betroffen sein. Die Hilfsbereitschaft aus Niedersachsen wird dementsprechend gern angenommen. Kreislandvolkverbände sammeln gemeinsam mit den Landwirten Futterspenden. Aus dem Landkreis Helmstedt konnten so bislang 17 Megaliner mit Heu, Stroh und Kraftfutter in das Flutgebiet rund um Erftstadt fahren. Ebenfalls im Gepäck: Reifen und technisches Gerät. Für die Helmstedter ist das Ende ihrer Unterstützung noch nicht in Sicht. Sie wollen die Region weiterhin mit Spenden versorgen.

Heu und Stroh aus Niedersachsen

Die Region Hannover steuerte 118 Rundballen Heu bei, aus Gesmold gingen zwei voll beladene Tieflader mit Raufutter zu einer Sammelstelle raus. Stade fuhr einen LKW voller Sachspenden nach Ahrweiler, das Landvolk Northeim-Osterode schickte zwei LKW mit Heu und Stroh nach Rheinland-Pfalz. Weitere sollen aus Göttingen folgen. Spenden können weiterhin über die kostenlose Grundfutterbörse der LWK sowie die Futtermittelbörse der Maschinenringe abgegeben werden.

Verbände sind überwältigt von Solidarität unter Landwirten

Grund genug für den Rheinischen Landwirtschaftsverband und den Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau sich ausdrücklich zu bedanken. Sie seien von der berufsständigen Solidarität überwältigt. Der Bedarf an Futter- und Sachspenden sei erst einmal gedeckt. Doch würde langfristig Geld benötigt werden, um die Schäden an Gebäuden, Ausrüstung und Technik landwirtschaftlicher Betriebe zu beseitigen. Die Landesbauernverbände und der Deutsche Bauernverband riefen dazu auf, über die Schorlemer Stiftung Geldspenden zu übermitteln, um die betroffenen Familien unterstützen zu können. Die Schorlemer Stiftung unterstützt plötzlich in Not geratene Landwirte durch Geld- und Sachzuwendungen. Dies gilt für Mitglieder als auch für Nicht-Mitglieder gleichermaßen.

Mit Material von LPD
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