Pilze im Wald

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Janina Schuster | am

Giftnotruf warnt vor Handy-Apps zur Pilzerkennung

Sie scheinen praktisch, sind einfach zu bedienen und erleichtern das Sammeln von Pilzen: Handy Apps. Doch viel zu oft liegen sie doch daneben. Der Giftnotruf warnt eindringlich vor der Nutzung.

"Zur Zeit melden sich rund eine Handvoll Menschen täglich bei uns", sagt Andreas Schaper, Toxikologe des Giftinformationszentrums Nord (GIZ). Das GIZ ist für die Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein zuständig. Noch habe es keine Toten zu beklagen gegeben, doch die Anzahl der Pilzvergiftungen, die der Beratungsstelle der Universitätsmedizin Göttingen gemeldet werden, steigt. Sommer und Herbst ist ein typischer Zeitraum für Vergiftungen durch Pilze. Eine Sorte spielt dabei immer wieder eine große Rolle: der Knollenblätterpilz, welcher dem Champignon sehr ähnlich sieht. "Das Gift dieses Pilzes kann die Leber zerstören und zum Tod führen", erklärt Schaper.

Intensive Schulung unbedingt nötig

Den Experten zufolge vergiften sich in vielen Fällen Menschen, die aus dem Ausland zugezogen sind. Aus ihrer Heimat kennen sie Pilze, die den in Deutschland wachsenden Exemplaren sehr ähnlich sehen. "Nur die einen sind harmlos und die anderen können sehr giftig sein", betont Schaper. Es reiche nicht aus, eine App zum Abgleich und zur Identifikation zu nutzen. Vielmehr müsse man sich umfassend schulen, um Pilze zweifelsfrei bestimmen zu können. Die Internetrecherche könne dazu beitragen, sollte aber durch Unterstützung eines Experten abgesichert werden.

Neue Drogen machen Experten Sorgen

Pro Jahr werden dem Notruf üblicherweise rund 1.000 Pilzvergiftungen und Verdachtsfälle gemeldet. Die Beratungsstelle erlangt jährlich von mehr als 40.000 möglichen Vergiftungen Kenntnis. Dabei ginge es aber auch um Unverträglichkeiten, zum Beispiel was Arzneimittel sowie chemische Produkte betrifft. Seit kurzem sehen sich die Fachleute mit neuen psychoaktiven Substanzen konfrontiert. Drogen mit Namen wie "Spice", "Kräutermischung" oder "Badesalz" werden seit etwas fünf bis sieben Jahren häufiger gemeldet. Doch auch synthetische Cannabinoide fallen Schaper zufolge auf. "Die Zahlen explodieren nicht", sagt der GIZ-Nord-Leiter. "Aber sie treiben uns um."

Mit Material von dpa
imago0108756747h.jpg

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✓ Artikel suchen und merken

✓ exklusiv: Video und Audio

✓ Familienzugang

✓ 1 Tag früher informiert

Digitale Ausgabe

✓ Artikel merken und teilen
✓ exklusiv: Video und Audio
✓ Familienzugang
✓ 1 Tag früher informiert

Mehr zu diesem Thema

Produkte entdecken
 
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • Ziegenmast als Nische
  • Gestiegene Betriebskosten abfedern
  • Wir findet man Mitarbeiter?
  • Kettensägenlehrgänge für Frauen
  • Grunddüngung im Herbst

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen