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Janina Schuster | am

Habeck legt Pläne vor: 1.000 neue Windräder für den Ausbau

Nun soll alles ganz schnell gehen. Um unabhängig von russischen Energieimporten zu werden, kommt Tempo in den Ausbau der erneuerbaren Energien. Dabei ganz oben steht die Windkraft. Robert Habeck legt ein nicht unumstrittenes Paket vor.

Mit einem weiteren Schritt möchte die Bundesregierung den Ausbau der Windkraft an Land schaffen. FDP und Grüne konnten sich nun darauf einigen, technische Anlagen zu Funknavigation und Wetterradar besser vereinbar mit Windrädern zu machen. Das soll auch dabei helfen, die Windenergieanlagen schneller ans Netz gehen zu lassen. Robert Habeck sprach dabei von zusätzlich 5 Gigawatt Windenergie. Dies entspricht in etwa 1.000 neuen Anlagen.

Mehr Fläche durch neue Erkenntnisse

Im vergangenen Jahr waren auf deutschem Festland rund 28.000 Windenergieanlagen installiert, die eine Gesamtleistung von 56 Gigawatt erbrachten. Um die Klimaschutzziele zu erreichen, spielt der schnelle Ausbau der Windkraft an Land eine Schlüsselrolle für die Bundesregierung. Zusätzlich steht das Ziel unabhängiger von russischen Energieimporten zu werden. Dafür würden jedoch Flächen benötigt. Diese werden nun in Form geringerer Abstände im Umfeld von etwa 40 Drehfunkfeuern freigegeben. Drehfunkfeuer dienen der sicheren Navigation von Flugzeugen. Doch auch die Areale rund um 17 Wetterradare wurden dank neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse verkleinert. Grundlage zur Einigung in dieser Frage war ein neuer Prüfbericht der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt.

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Windräder in Meeresschutzgebieten

Die Erschließung neuer Flächen für die Windkraft an Land wurde bereits im Januar angekündigt und nun im Rahmen des „Osterpakets“ auf den Weg gebracht. Am Mittwoch (06.04.) sollen weitere Maßnahmen aus dem Paket zum Ausbau der erneuerbaren Energie veröffentlich werden. Zeitgleich steht die Beschließung des Windenergie-auf-See-Gesetz an. Es soll an diesem Tag dem Kabinett vorgelegt werden und besagt, dass Windräder künftig auch in Meeresschutzgebieten gebaut werden dürfen. Dabei möchte der gründe Minister untersuchen lassen, ob im Schutzgebiet „Doggerbank“ Windparks gebaut werden können. Sie befinden sich draußen im sogenannten Entenschnabel der deutschen Nordsee. „Die Bundesregierung wird prüfen, ob die Erschließung eines zusätzlichen Potenzials von 4 bis 6 Gigawatt Windenergie auf See in diesem Schutzgebiet naturverträglich möglich ist und dazu Studien zur Windkraftnutzung auf der Doggerbank im Einklang mit den Zielen des Naturschutzes in Auftrag geben“, so Habecks Gesetzesbegründung.

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NABU kritisiert Pläne

Das Schielen auf die Doggerbank ist nicht völlig neu. Auch sein Vorgänger, Peter Altmaier von der CDU, plante das Schutzgebiet für Windräder freizugeben. Habeck geht jedoch noch einen Schritt weiter und denkt bei der Freigabe an grundsätzlich alle Schutzgebiete. Insbesondere die Doggerbank ist ein wichtiger Lebensraum für Schweinswale und Seevögel, weil die Tiere hier leicht Nahrung finden. Dass diese Pläne auf Protest stoßen ist demnach wenig verwunderlich. Der Naturschutzbund kritisiert den Minister daher scharf: „Der Weg, den die Bundesregierung beim Windenergie-auf-See-Gesetz einschlägt, ist besorgniserregend“, sagt Nabu-Meeresexperte Kim Detloff und nennt es eine „Sackgasse, die der Bedeutung der Meere für den Schutz von Klima und Natur nicht gerecht wird“. Er fordert die Regierung daher auf, neue Flächen für Meereswindparks nicht auf Kosten von Naturschutzgebieten auszuweisen, sondern stattdessen zu Lasten von Fischerei, Schifffahrt und dem Rohstoffabbau im Meer.

Mit Material von dpa, haz, noz
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