Injektionsspritze auf einem Impfpass
Hilke Lehmann | am

Erneut Masernfälle in Niedersachsen (aktualisiert)

In Niedersachsen gibt es aktuell einen Masernausbruch mit bisher fünf erkrankten Personen.

Ein Masernausbruch ist aktuell in Niedersachsen zu melden. Die erste Erkrankung war im Landkreis Hildesheim aufgetreten. Es besteht jedoch kein Bezug zu den Fällen des Masernausbruchs im Frühjahr 2019. Angesteckt hatte sich die betroffene Person während einer Auslandsreise.

Auch im benachbarten Landkreis Peine ist inzwischen eine Masernerkrankung bestätigt worden. Diese steht mit den Masernfällen im Landkreis Hildesheim in Verbindung. Seit Jahresbeginn sind somit in Niedersachsen 89 Menschen an Masern erkrankt – so viele wie seit 15 Jahren nicht mehr.

Impfstatus aller Kontaktpersonen überprüfen

Die Gesundheitsämter der beiden Kreise haben Maßnahmen ergriffen, um eine weitere Ausbreitung der hochansteckenden Krankheit zu verhindern. Unter anderem wird der Impfstatus aller Kontaktpersonen der Erkrankten überprüft. Wer keinen ausreichenden Impfschutz hat, darf laut Landkreis weder öffentliche Einrichtungen wie Schulen und Kitas noch Veranstaltungen besuchen.

Zudem wurden am Mittwoch an einer Schule im Landkreis Hildesheim die Impfpässe aller Schüler sowie sämtlicher an der Schule beschäftigten Personen überprüft. Voraussichtlich dürfen 28 Schüler ohne ausreichenden Impfschutz ihre Schule vorerst nicht mehr betreten. Das Verbot gelte bis zum 20. Dezember, teilte der Landkreis am Donnerstag (5. Dezember 2019) nach der Überprüfung des Impfstatus von Schülern und Beschäftigten mit.

Das Gesundheitsamt des Landkreises riet erneut allen Besuchern eines Adventsbasars der Oberschule Söhlden, einen Arzt aufzusuchen.

Maserschutzgesetz beschlossen

Im November hat der Bundestag das „Masernschutzgesetz“ beschlossen, das am 1. März 2020 in Kraft tritt. Kern des Gesetzes:

  • Für Kinder muss vor der Aufnahme in Kitas, Schulen und Kindertagespflegeeinrichtungen der Nachweis erbracht werden, dass sie wirksam gegen Masern geimpft sind.
  • Auch Ärzte sowie weiteres medizinisches Personal und Mitarbeiter in Gemeinschaftseinrichtungen müssen bis Ende Juli 2021 einen vollständigen Impfschutz nachweisen.
  • Gegen Eltern, die ihre in Gemeinschaftseinrichtungen betreuten Kinder nicht impfen lassen sowie nicht geimpfte Mitarbeiter in Gesundheits- und Gemeinschaftseinrichtungen kann künftig ein Bußgeld in Höhe von bis zu 2.500 Euro verhängt werden.
  • Zudem sollen künftig Ärzte aller Berufsgruppen impfen können.
Mit Material von dpa
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