In der Weihnachtszeit ist Hochbetrrieb in Godi's Backstube in Hildesheimn
Corinna Mayer | am

Hildesheim: Himmlischer Christstollen für den Vatikan

In der Weihnachtsbäckerei gibt es so manche Leckerei. Godehard und Bernward Höweling von Godi's Backstube in Hildesheim fertigen "gesegnete" Stollen - denn ihre Handwerkskunst durften sie schon Papst Benedikt XVI. präsentieren.

Es riecht süß, nach Zucker, nach Butter, nach in Rum eingelegten Rosinen. Kein Wunder, denn Godi‘s Backstube ist der Geburtsort des leckeren Hildesheimer Dom- und Niedersachsen-Stollens. Kleine Wichtel in Form von findigem Fachpersonal kümmern sich neben der alltäglichen Brot-, Brötchen- Keks- und Kuchenproduktion seit Mitte September um die Herstellung der weihnachtlichen Spezialität. 

Schiefe Blicke für niedersächsischen Stollen

Zu Weihnachten wird Stollen in Hildesheim gebacken.

Schon als sich Godehard Höweling 1997 selbstständig machte, war er Feuer und Flamme für Stollen. Bei einer Innungsversammlung schlug er seine Idee vor, auch in Niedersachsen frischen Bäcker-Stollen zu produzieren. „Da erntete ich nur schiefe Blicke. In Norddeutschland würde Stollen nicht laufen, Produktion und Verkauf solle ich lieber den Großen, der Industrie und den Supermärkten, überlassen“, erzählt der Bäckermeister. Doch er ließ sich nicht beirren und fing einfach an. 400 Stollen verkaufte er in einer Weihnachtssaison. Heute gehen zwischen 6.000 bis 6.500 Stollen pro Winter über die Ladentheke. Immer von Allerheiligen bis Mitte Januar. „Bis nach Japan und in die Dominikanische Republik haben wir unsere Stollen schon verschicken dürfen“, erzählt Zwillingsbruder Bernward Höweling, der seit 2000 seinem Bruder in der Bäckerstube zur Seite steht. Also seit dem Jahr, in dem Godehard Höweling seine heutige Backstube übernahm, den Betrieb, wo er von 1979 bis 1982 seine Lehre absolvierte. Ein glücklicher Zufall.

Bäcker unterstützten Sanierung des Hildesheimer Doms

Absolut kein Zufall ist der Erfolg der Stollen der Backstube. Darin stecken viel Herzblut, echte Handwerkskunst, gute frische Zutaten, sowie immer wieder pfiffige Vermarktungsideen. Oder kann etwa jeder seinen Stollen nach einem der berühmtesten Hildesheimer Gebäude benennen? „Nein,“ so die Brüder einstimmig, „Das geht natürlich nicht. Wir haben uns den Namen durch eine Unterstützungs-Aktion im Jahr 2002 vom Bistum sichern lassen.“ Zu der Zeit war die Diözese auf der Suche nach Spenden für die Sanierung des Mariendoms. Godehard Höweling wollte helfen und initiierte, dass pro verkauftem Domstollen 50 Cent an den Dombauverein gingen. Insgesamt kamen in über zwei Jahren 11.000 Euro – und damit wohl auch einige gut gefüllte Mägen – zusammen. Im Gegenzug darf die weihnachtliche Spezialität den klangvollen Namen Hildesheimer Domstollen tragen.

Treffen mit Papst Benedikt XVI. im Jahr 2006

Godehard und Bernward Höweling flogen zum Besuch in den Vatikan.

Doch das war bei weitem nicht die letzte himmlische Begegnung der Bäcker: Im Dezember 2006 hatten sie etwas geschafft, was nicht vielen Menschen gelingt – sie durften zu Papst Benedikt XVI. reisen und diesem ihren Domstollen überreichen. Die Zwillinge hatten einen Platz in der ersten Reihe bei der Audienz. „Er hat sich sicherlich fünf Minuten Zeit genommen und war sehr interessiert. Man konnte sich angenehm mit ihm unterhalten“, erinnert sich Bäckermeister Höweling.

Viermal den Bäcker-Oscar "Stollen-Zacharias" gewonnen

Bei so viel Stollen-Herzblut ist es fast kein Wunder, dass Godi’s Backstube schon viermal mit dem „Stollen-Zacharias“ ausgezeichnet wurde, dem Oscar im Bäckerhandwerk und einmal sogar schon den seltenen „Ehren-Stollen-Zacharias“ für außergewöhnliche Leistungen rund um die Vermarktung des bäckerlichen Handwerkproduktes ergattern konnte. Letzteres hat vielleicht auch etwas damit zu tun, dass der ehemalige Ministerpräsident Christian Wulff ebenfalls schon Godi’s Backstube bei einer seiner Sommertouren besucht hat und der Bäckermeister mit seiner Weihnachtsspezialität auch schon im 96-Stadion war, um mit den Spielern, die mit Stollen spielen, Stollen zu naschen.

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