Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser: Menschen laufen durch die verwüstete Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler.
Ellen Hartmann | am

Hochwasser-Katastrophe: Hilfe kommt aus Niedersachsen

Schlamm verwüstete Straßen, überflutete Keller und viele weiterhin vermisste Menschen: Die Lage in den Flutgebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz bleibt weiter ernst. Viele Helferinnen und Helfer aus Niedersachsen sind deshalb in die Überschwemmungsgebiete gereist, um zu unterstützen.

Erst am vergangenen Samstag (17. Juli) sind von einem Rasthof in Northeim rund 50 Fahrzeuge mit 130 freiwilligen Helfern aus ganz Niedersachsen zum Nürburgring in Rheinland-Pfalz gefahren, so ein Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) gegenüber dem NDR. Mit dabei seien auch Sanitäter und Ärzte gewesen. 

Hilfe kommt auch aus Niedersachsen

Im vom Hochwasser besonders getroffenen Landkreis Ahrweiler in der Eifel sollen die Helfer dann weitere Anweisungen erhalten. Mitgenommen haben sie unter anderem Spezialausrüstung für eine Zeltstadt, in der bis zu 50 Menschen versorgt werden können. Doch auch mehrere Kreisfeuerwehr-Bereitschaften aus den Landkreisen Göttingen, Holzminden, Osnabrück, Verden, Diepholz, der Grafschaft und der Region Hannover hätten sich bereits auf den Weg in die Regierungsbezirke Arnsberg, Düsseldorf und Köln gemacht. Nordrhein-Westfalen hatte aus Niedersachsen Unterstützung angefordert. 

THW und DLRG aus Ostfriesland unterstützen in Flutgebieten

Bereits seit Freitag (16. Juli) sind Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) aus Leer in Ostfriesland an der Steinbachtalsperre bei Euskirchen in NRW im Einsatz. Ebenfalls im Flutgebiet unterwegs sind Mitglieder der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) aus Wittmund und Norden sowie eine Hubschrauber-Besatzung der Northern Helicopter GmbH aus Emden. Zusätzlich habe Emdens Bürgermeister Tim Kruithoff mehrere Feuerwehrleute mit Pumpen und Rettungswagen in die Krisengebiete geschickt.  

Landkreis Osnabrück unterstützt kräftig

Hunderte Einsatzkräfte aus Stadt und Landkreis Osnabrück seien ebenfalls derzeit in den Hochwassergebieten im Einsatz, schreibt die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ). "Momentan läuft es ganz gut. Wir arbeiten Schritt für Schritt unsere Aufgaben ab", so Michael Schott, Pressesprecher des Osnabrücker Ortsverbandes des THW, auf Nachfrage der NOZ. Allein in Düsseldorf seien momentan 75 Helfer des THW aus Melle, Osnabrück, Bad Essen, Meppen und Lingen vor Ort, um Keller auszupumpen. "Ich war gestern selber einen Tag unten", so Schott am Samstag (17. Juli), "man erlebt förmlich die Erleichterung der Anwohner, wenn die Einsatzkräfte in die Straße kommen und anfangen die Häuser leerzupumpen."

"So einen Einsatz habe ich in meinen 20 Jahren noch nicht erlebt"

Das Leerpumpen der Keller sei gerade deshalb sehr wichtig, damit die Energieversorgung in den betroffenen Gebieten schnellstmöglich wieder hergestellt werden könne. Vielerorts war wegen des Hochwassers der Strom ausgefallen. "So einen Einsatz habe ich in meinen 20 Jahren noch nicht erlebt", macht Schott deutlich. "Der Bezirk Osnabrück hat speziell ausgebildete Kameradinnen und Kameraden für die Rettung aus stark strömenden Gewässern, Strömungsretter sowie Hochwasserboote entsendet", erklärt auch Lars Schneider, Pressesprecher des DLRG Osnabrück, der NOZ. Taucher und Ortungsgruppen seien auch dabei. Für die Suche vermisster Personen würde zudem Drohnen- und Sonartechnik eingesetzt werden.

Innenminister Pistorius sichert Hilfen zu

"Ich danke allen Einsatzkräften von ganzem Herzen und wünsche ihnen viel Erfolg - und dass sie sicher und gesund wiederkommen", sagte der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius am Freitag (16. Juli) und sprach von einer "Tragödie unfassbaren Ausmaßes". Erst in der letzten Woche hatte das Innenministerium gemeinsam mit dem Niedersächsischen Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz (NLBK) eine Aufbauorganisation (BAO) gegründet, die als Stabsorganisation dienen soll. Ziel der Einheit soll es sein, die betroffenen Bundesländer sowohl mit Material als auch mit Einsatzkräften schnellstmöglich zu unterstützen. Die BAO soll zudem auch den ganzen Einsatz der niedersächsischen Kräfte vor Ort in den Bundesländern koordinieren. 

Ministerpräsident Stephan Weil sagt Danke

"Es ist bitter, was diese Wassermassen alles angerichtet haben, wie viel Leid und Zerstörung das Unwetter gebracht hat", bringt Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil die Lage in den Flutgebieten auf den Punkt und spricht den Angerhörigen und Freunden der Toten und Vermissten sein Mitgefühl aus. Dankende Worte hatte Weil am vergangenen Donnerstag (15. Juli) auch an alle Helfer aus Niedersachsen gerichtet: "Passen Sie gut auf sich auf." 

Mit Material von NOZ und NDR
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