Starkregen
Katja Schukies | am

Hochwasser: Nehmen Extremwetterlagen auch in Niedersachsen zu?

Im Westen Deutschlands kam es zur Hochwasser-Katastrophe. Dass solche Extremwetterlagen auch in Niedersachsen zunehmen könnten, erläutert Uwe Petry von der Hochwasservorhersagezentrale des NLWKN.

Sind solche Extreme auch in Niedersachsen möglich?

Starkregen kann überall und jederzeit auftreten. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) beschäftigt sich seit Langem mit dem Klimawandel und den Folgen für die Wasserwirtschaft. Unsere Analysen zeigen, dass die extremen Ereignisse, wie Hochwasser und Trockenheit, künftig intensiver und häufiger auftreten können. Ob und wo genau es dazu kommt, ist abhängig von der Wetterlage und auch vom Gelände.

Welche Regionen könnten betroffen sein?

Bereits im langjährigen Mittel zwischen 1971 und 2000 gab es sowohl im Sommer als auch im Winter Starkregenereignisse mit hohen Niederschlagsmengen. Betroffen waren vor allem Regionen entlang der Küste, der äußerste Westen und die Ausläufer der Mittelgebirge im südlichen Niedersachsen. Zudem geht der NLWKN davon aus, dass die Abflussmengen bei Hochwasser künftig an den mittleren und großen Flüssen wie Aller, Leine, Oker, Hase und Hunte insbesondere im Sommerhalbjahr zunehmen werden.

Wann kann es zu Überschwemmungen kommen?

Problematisch wird es, wenn viel Wasser innerhalb kurzer Zeit etwa in dichte Siedlungen oder enge Flusstäler strömt, in denen die Fluten nur schwer versickern können und sich daher stauen.

Wie könnte ein besserer Schutz gegen Starkregen aussehen?

Der regionale und lokale Hochwasserschutz ist Aufgabe der Kommunen. In Bad Salzdetfurth im Landkreis Hildesheim läuft derzeit ein Modellprojekt zur Starkregenvorsorge. Dort sollen Risikokarten dabei helfen, Maßnahmen gegen Starkregen abzuleiten. Einige Wasserverbände, wie etwa der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband, bieten solche Starkregengefahrenkarten bereits an. Künftig muss genau überlegt werden, wo weitere Siedlungsgebiete oder Gewerbeflächen ausgewiesen werden. Die Stadtplanung sollte darauf achten, gezielt Überschwemmungsflächen freizuhalten. Kommunen könnten die Starkregengefahr entschärfen, indem sie das Wasser in Bereiche leiten, wo Schäden geringer ausfallen.

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