Holzpolter am Wegesrand - Holzkonservierung
Christel Grommel | am

Holzkonservierung: Dem schwachen Markt trotzen

Holzkonservierung ist eine Gratwanderung. Diese lohnt sich aber, weil man nun bei steigender Nachfrage gute Preise erzielen kann.

Im Solling wundert sich vielleicht mancher Spaziergänger, weil er von Schimmel überzogene Holzstämme sieht. Aber: "Das ist wie ein Edelschimmel beim Brie-Käse und tut der Qualität keinen Abbruch. Im Inneren sind die Stämme super", so Betriebsdezernent Dr. Johannes Wobst vom Forstamt Dassel.

Warum hat man so agiert? Nach dem Sturm Friederike im Januar 2018 hat man frisches Holz, normaler Güte, luftdicht in Folie abgepackt, um es so frisch zu halten und das Preistief am Markt zu überbrücken. 

Nach Stürmen, Trockenheit und Borkenkäferplage fielen Millionen Kubikmeter Holz an. Diese überschwemmten den Markt und sorgten für einen Preisverfall bis unter die Aufarbeitungskosten. Allein das Forstamt Dassel verzeichnete im Solling in den vergangenen drei Jahren rund 440.000 m3 Schadholz und suchte mit der Konservierung einen Weg aus dem Dilemma.

Sorgfalt bei der Konservierung notwendig

Bei der Holzkonservierung selbst ist Sorgfalt geboten. "Binnen weniger Tage nach dem luftdichten Verpacken des frisch aufgesetzten Holzes kommt es zum vollständigen Verzehr des enthaltenen Sauerstoffs in den Folien, wodurch sämtliche Zersetzungs- und Fäulnisprozesse zum Stillstand kommen. Lediglich einige Pilze legen einen dünnen weißlichen Überzug über die Oberfläche des Holzes", erklärt Wobst. 

An der Folie können aber Beschädigungen durch Wind, Tiere oder herabfallende Äste entstehen. Daher muss alle zwei Wochen der Sauerstoff- und CO²-Gehalt geprüft werden, um festzustellen, ob durch die Beschädigungen Sauerstoff durch die Folien gelangt. "Nach erfolgreicher Reparatur fällt der Sauerstoffgehalt dann sehr schnell wieder ab und die Holzqualität kann so weiterhin gesichert werden", führt der Betriebsdezernent aus.

Bei einigen Poltern konnten Schäden nicht mehr repariert werden. Diese müssen dann schnell abgedeckt und in den Verkauf gebracht werden. 

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Lohnt sich die Holzkonservierung?

Man ist dem Versuch der Holzkonservierung aus zwei Gründen zufrieden: 

Zum einen sei es gelungen, zumindest einen Teil des Schadholzes aus der Phase des Preisverfalls hinüberzuretten in Zeiten besserer Nachfrage. So konnte man einen angemessenen Preis erzielen. 

Zum anderen habe die Holzkonservierung den Vorteil, jetzt genügend Holz im Angebot zu haben - Nachfrage und Preise sind aktuell hoch. Dafür müssen keine durch die Kalamitäten deutlich reduzierten stehenden Vorräte genutzt werden. So könne sich der Vorrat und auch der Wald etwas vom Borkenkäfer erholen, sagt Wobst. 

Zudem habe man damit anderen Waldbesitzern, insbesondere dem Privat- und Betreuungswald, die Chance geboten, ihr Kalamitätsholz zeitnah zu vermarkten.

Borkenkäfer rechtzeitig bekämpfen

Wobst zeigt sich für die Borkenkäfersituation zuversichtlich. Nach enormen Schäden in den Jahren 2018 und 2019 habe man im Solling noch fast kein Schadholz ernten müssen. 

"Zwar beginnt der Ausflug der Käfer jetzt erst und es zeigen sich natürlich auch bei uns vereinzelt Käferbäume", so Wobst, er rechne aber damit, den Schadholzanfall weiter reduzieren zu können. 

Das gelinge aber nur, wenn Landesforsten und Waldbesitzer rechtzeitig mit der Bekämpfung anfingen. Wobst betont, dass die digitale Erfassung kranker Bäume mittels GPS hilfreich und bei der Bekämpfung des Borkenkäfers inzwischen unabdingbar sei. 

Auch im Solling soll der Wald bunter werden: "Das Baumartenspektrum wird erweitert und es werden kleinflächig auch Initialen anderer Baumarten angepflanzt werden“, erklärt Wobst. 

Mit Material von LPD

Warum die Holzpreise explodieren

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