Landvolk-Präsident Dr. Holger Hennies zum Jahresbericht. 

Christel Grommel | am

Jahresbericht Niedersächsischer Weg: Konsequent umsetzen

Die Partner des Niedersächsischen Wegs legten ihren ersten Jahresbericht vor. In den 14 Monaten seit der Unterzeichnung haben die Beteiligten aus Politik, Landwirtschaft und Naturschutz gemeinsam Maßnahmen für mehr Naturschutz, mehr Artenvielfalt und mehr Gewässerschutz auf den Weg gebracht.

Rund 50 Gäste waren bei der Vorstellung anwesend, darunter Mitglieder des Lenkungskreises, der entsprechenden Arbeitsgruppen und der Landtagsfraktionen.

Die umfangreichen Vorgaben in die Praxis umzusetzen, ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Mehr als 100 Millionen Euro stehen dafür jährlich zur Verfügung, unter anderem die Finanzierung des Gewässerrandstreifenprogramms. Umsetzungsschritte wurden mit den Partnern vereinbart und mit entsprechendem Personal hinterlegt. 

Umweltminister Olaf Lies: "Der Jahresbericht zeigt in aller Kürze, wieviel Arbeit in diesem Prozess steckt: Der Dialog zwischen den Beteiligten ist nie abgerissen und alle Ergebnisse wurden in breitem Einvernehmen getroffen. Das Landesparlament hat die entsprechenden Gesetzesnovellen beschlossen und dem Naturschutz zum ersten Mal so viel Geld zur Verfügung stellt. So haben wir dem Naturschutz in Niedersachsen eine neue Richtung und eine breite Basis gegeben."

Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast sagte, man habe in den letzten Monaten mit vereinten Kräften viele große Brocken aus dem Weg geräumt. 

Ergebnisse des Jahresberichts

  • Die Allianz hat unter anderem den im Gesetz verankerten Biotopverbund und die Beratung der Landwirte für einen verbesserten Biotop- und Artenschutz ausgestaltet.
  • Die naturschutzfachlich qualifizierte Vor-Ort-Betreuung von Natura 2000-Gebieten und Naturschutzgebieten wird ausgebaut. Die 15 neuen Einrichtungen zur Gebietsbetreuung sollen zur Pflege und Entwicklung der Gebiete beitragen und erforderliche Managementmaßnahmen verwirklichen.
  • Nach den mittlerweile im Niedersächsischen Wassergesetz umgesetzten Vereinbarungen wurde das Instrument der Gewässerrandstreifen gestärkt. Diese sollen den Eintrag von Nährstoffen in Gewässer verhindern und die ökologischen Funktionen oberirdischer Gewässer erhalten und verbessern. Auf Gewässerrandstreifen dürfen keine Dünge- und Pflanzenschutzmittel mehr eingesetzt werden. Für dadurch verursachte Eintragseinbußen wird den Landwirten seitens des Landes ein finanzieller Ausgleich gezahlt.
  • Mit Beginn dieses Jahres wurde das Wildnisgebiet im Solling eingerichtet. Die Forstwirtschaft soll auf diesen Flächen ruhen, die Natur wird sich fortan eigendynamisch weiterentwickeln. Von der Ausweisung sollen insbesondere Specht-Arten, Eulen, Schwarzstorch, Wildkatze, Luchs, Fledermäuse sowie zahlreiche Insekten-, Pilz- und Pflanzenarten profitieren.
  • Ökolandbau: Bis 2025 sollen 10 Prozent und bis 2030 15 Prozent Ökolandbau erreicht werden. Das Land Niedersachsen hat an die ökologisch wirtschaftenden landwirtschaftlichen Betriebe im Jahr 2020 zirka 30 Millionen Euro Umstellungs- und Beibehaltungsprämien gezahlt. In der neuen Förderperiode (2023 bis 2027) der Gemeinsamen Agrarpolitik werden im Einklang mit den ambitionierten Ausbauzielen rund 180 Mio. Euro allein für den Ökolandbau zur Verfügung gestellt.

 

Den zweiten Jahresbericht kündigte Barbara Otte-Kinast für den Mai kommenden Jahres an. 

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