Schweine im Stall
Christel Grommel | am

Kabinett beschließt Niedersächsische Nutztierstrategie

Das Landwirtschaftsministerium (ML) hat einen Prozess für eine langfristige Verbesserung der Nutztierhaltung initiiert und die Niedersächsische Nutztierstrategie erarbeitet, der das Kabinett nun zustimmte.

Als Grundlage für eine nachhaltige Veränderung der Tierhaltung werde die Nutztierstrategie von einem Dialogprozess begleitet. An diesem sollen Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft, Umwelt- und Tierschutz, aber auch aus den Bereichen Verbraucherschutz sowie Handel beteiligt werden.

Ein Schwerpunkt der Strategie liege laut ML darauf, den Tierhalterinnen und Tierhaltern in Niedersachsen neue Perspektiven zu bieten und klare Weichenstellungen für die Tierhaltung der Zukunft vorzunehmen. Die nutztierhaltenden Betriebe müssten sich in einem ökonomisch schwierigen Umfeld behaupten - ein Strukturbruch mit Auswirkungen auf die ökonomische und soziale Nachhaltigkeit in ländlichen Räumen solle vermieden werden. 

"Die Nutztierhaltung in Niedersachsen muss vielen Bereichen gerecht werden: dem Tierwohl, der Umwelt, den Erwartungen der Verbraucherinnen und Verbraucher und der Wirtschaftlichkeit der tierhaltenden Betriebe. Dies kann nur auf der Grundlage einer klaren Strategie gelingen", so Barbara Otte-Kinast.

Das sind die wichtigsten Punkte der Nutztierstrategie

Weitere Kernpunkte der Niedersächsischen Nutztierstrategie bilden: 

  • Ausbau der Innovationsführerschaft zur Entschärfung der Konflikte zwischen Ökonomie, Ökologie und Tierwohl.
  • Verpflichtendes Tierwohllabel, das zu höheren Preisen führt: Tierwohlstandards sollten definiert und für Verbraucherinnen und Verbraucher erkennbar gemacht werden.
  • Angemessene Honorierung höherer Tierwohlstandards und eine verlässliche und unbürokratische Auszahlung der Mehrkosten, der Bund soll hierfür die Finanzierungsstrategie verfolgen.
  • Weiterentwicklung des Umwelt- und Baurechts sowie der intensive Dialog mit Landkreisen aus viehdichten Regionen. Das ML bereite dazu einen Erlass vor, mit dem die Genehmigungsbehörden mit einem Blick prüfen können, ob ein Bauantrag im Bereich Sauenhaltung mehr Tierwohl ermöglicht. Dies soll mehr Tempo in den Umbau der Nutztierhaltung bringen.
  • Landwirtschaftliche Nutztierhaltung in vieharmen Regionen im Einklang mit gesellschaftlichen Erwartungen weiterentwickeln.
  • Umsetzung der Nutztierstrategie durch eine Erfolgskontrolle und einen regelmäßigen Austausch mit wichtigen Stakeholdern, der Tierschutzplan 4.0 soll fortgeführt werden.

Zügige Realisierung einer Tierwohl-Abgabe

Das Kabinett brachte am Dienstag eine Bundesratsinitiative auf den Weg, um schnellstmöglich die notwendigen Voraussetzungen für den Umbau der Tierhaltung zu schaffen.

Niedersachsen fordert die Einführung einer Tierwohl-Abgabe auf Fleisch, Milch und andere tierische Produkte. Diese Abgabe stellt aus Sicht Niedersachsens das zentrale Finanzierungselement für eine perspektivisch erfolgreiche Neuausrichtung der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung. 

Mit dieser Bundesratsinitiative sollen die Mehrkosten für höhere Tierwohlstandards honoriert werden, um bessere Haltungsbedingungen mitzufinanzieren. "Wer als Verbraucher am Fleischtresen steht, sollte sich keine Gedanken machen müssen, wie das Tier gehalten, transportiert und geschlachtet wurde, sondern sich auf generell hohe Tierwohlstandards verlassen können", erklärte Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast.

Der Mehraufwand könne nicht an der Ladenkasse erlöst werden - dazu benötige man eine staatliche Tierwohlabgabe. 

Mit Material von ML, Landesregierung
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