Kartoffeln auf einem Kartoffelfeld.
Ellen Hartmann | am

Kartoffelernte in Niedersachsen auf Hochtouren

Die Kartoffelernte in Niedersachsen ist in vollem Gang. Die Erntebedingungen reichen dabei von durchwachsen bis gut. Laut dem Bundesagrarministerium fällt die Ernte gegenüber 2020 vermutlich deutlich geringer aus.

"Die Bedingungen sind durchwachsen bis gut, je nach Region und Wetterbedingungen“, so Landwirt Thorsten Riggert. Im September ist eigentlich nicht nur Erntezeit, sondern auch die Zeit der Kartoffel- und Erntefeste. "Wir hoffen, dass mit der Rückkehr der Volksfeste und weiteren Öffnung der Gastronomie die Leute vermehrt unsere leckere Kartoffel in allen Variationen essen werden und somit der Verbrauch wieder ansteigt", hofft Riggert. 

Wo werden Kartoffeln angebaut?

In Niedersachsen werden in diesem Jahr auf 115.400 Hektar rund 45 Prozent der Kartoffeln in Deutschland geerntet. Damit liegt Niedersachsen als Hauptkartoffelanbaugebiet vorne, gleich gefolgt von Bayern (15 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (knapp 15 Prozent). In ganz Deutschland werden Kartoffeln in diesem Jahr auf 259.300 Hektar angebaut, so das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Das bedeutet jedoch einen Rückgang der Anbaufläche von 5,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "Auch Niedersachsens Anbaufläche für Kartoffeln ist gegenüber 2020 um fast 7.000 ha geschrumpft", weiß Landwirt Riggert aus der Heideregion. 2020 lag die Anbaufläche nämlich noch bei 122.200 Hektar. Allerdings werden in diesem Jahr mehr Kartoffeln als im Dürrejahr 2018 angebaut. Das sollte die damaligen Erträge toppen, so Riggert. 

Beliebt wie nie: die Kartoffel

In deutschen Supermarktregalen werde beim Gemüse am häufigsten zur Kartoffel gegriffen, so die Kartoffel-Marketing-Gesellschaft (KMG). "Die Kartoffel ist unumstritten der Star", schwärmt auch Riggert. "Über 64 Kilogramm pro Kopf verbrauchen die deutschen Bürgerinnen und Bürger – gerne als Beilage zu Fleischgerichten, aber auch als vegetarisches oder veganes Superfood." Kartoffeln enthalten übrigens so gut wie kein Fett, jede Menge Ballaststoffe, Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe. Während der Corona-Lockdown gab es um die Kartoffel sogar einen regelrechten Hype. Denn mit 146.000 Tonnen kauften private Haushalte im März 2020 und mit 147.000 Tonnen Speisekartoffeln im März 2021 die größten Mengen ein. 

Durchwachsenes Wetter und Pilzinfektionen

Vom (BMEL) heißt es zur diesjährigen Kartoffelernte, dass vermutlich eine Erntemenge von 10,6 Millionen Tonnen eingefahren werde. Das wären allerdings 9,2 Prozent weniger als noch 2020. Gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2020 sei das 0,4 Prozent weniger. Ausschlaggebend für das niedrige Ergebnis seien kleinere Anbauflächen, heißt es weiter vom Ministerium. Zusätzlich sei das Frühjahr überraschend kalt gewesen, wodurch die Bestände nur zögerlich gewachsen seien. Außerdem habe der nasse Sommer zu zahlreichen Pilzinfektionen geführt, die Ertrag und Qualität jetzt beeinträchtigen würden. Noch im Juli und August seien die Kartoffelfelder oft zu nass zum Befahren gewesen. 

Mit Material von BMEL & LPD
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