Schafe auf einer Weide
Christel Grommel | am

Kosten für Schutz vor Wölfen steigen weiter

Auch 2020 stiegen die Kosten für den Schutz von Weidetieren vor Übergriffen von Wölfen.

Das Land Niedersachsen gab in den ersten elf Monaten des Jahres etwa 1,7 Millionen Euro für die Prävention aus - dazu gehört etwa das Aufstellen von wolfsabweisenden Zäunen. Im gleichen Zeitraum wurden freiwillige Billigkeitsleistungen in Höhe von circa 170.000 Euro an Halter gerissener Nutztiere gezahlt. Außerdem wurden im ersten Halbjahr 2020 laut der LWK Niedersachsen etwa 3,4 Millionen Euro für die Prävention ausgezahlt, die noch auf Anträgen von Nutztierhaltern aus dem Jahr 2019 basierten.

Zum Vergleich: Im Jahr 2019 flossen gut 732.000 Euro für Präventionsmaßnahmen etwa an Halter von Schafen oder Ziegen. Das liegt nach Ministeriumsangaben auch daran, dass das Land die Kosten für Schutzzäune seit dem vergangenen Jahr zu hundert Prozent übernimmt.

Diese Investitionen helfen nicht immer gegen den Wolf: Trotz ausgebauter Schutzzäune wurden 2020 mehr Nutztiere gerissen als im Vorjahr. Bisher wurde laut Ministerium in 204 Fällen der Wolf als Verursacher festgestellt, in 69 Fällen werde unter anderem noch auf das DNA-Ergebnis gewartet. 2019 waren 192 Nutztiere von Wölfen getötet worden.

In Niedersachsen gibt es 35 Rudel und zwei Paare, das sind etwa 350 Wölfe. 

Lies fordert Obergrenze für Wolf

Umweltminister Lies will eine Zahl für einen günstigen Erhaltungszustand des Wolfes in Deutschland festlegen. Der Wolf sei in Niedersachsen nicht mehr akut in seinem Bestand gefährdet. Dies soll den Abschuss problematischer Tiere erleichtern. "Anstatt zu warten, werden wir in Niedersachsen jedoch Anfang des Jahres selbst ein Gutachten beauftragen, welches eine solche Zahl auch für unser Bundesland definieren soll", sagte Lies.

Grünen-Politiker Christian Meyer lehnt ein neues Landesgutachten ab, da nur die Bundesregierung gemäß EU-Recht den
günstigen Erhaltungszustand feststellen könne. Lies solle seine "Energie in die schnelle und unbürokratische Abarbeitung der Anträge stecken." Unabhängig vom Wolf fordern die Grünen zudem eine Weidetierprämie in Höhe von 30 Millionen Euro jährlich für Rinder, Schafe und Ziegen.

Mit Material von dpa
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